Brief von Faruk Ereren

Ich bin sehr traurig, dass der Schriftsteller  und Genosse Peter O. Chotjewitz gestorben ist.
Dein Brief Nr. 28 ist vom Gericht beschlagnahmt worden mit der Begründung, dass ich immer noch in linken Zusammenhängen  eingebunden und aktiv bin.
Ich hoffe, der neue „Lange Marsch“ wird ein Erfolg. „100 000 Stimmen gegen die Isolationshaft“ zu sammeln, ist hohes und anspruchvolles Ziel.
Obwohl Cengiz bald 1 Jahr im selben Knast ist wie ich, konnten wir uns immer noch nicht  sehen. Ich weiß nur, dass es ihm gut geht.
Mir selber geht es auch gut. Hier gibt es nicht Neues, denn die Isolation besteht weiter. Beim letzten Verhandlungstag  habe ich den Senat unter dem Richter Klein abgelehnt, weil sie sich geweigert haben, unsere Zeugen zu hören. Von Anfang an haben sie alle unsere Anträge abgelehnt.
Mein Befangenheitsantrag ist vom Gericht natürlich abgelehnt worden und sie führen  den Prozess weiter.
Inzwischen lese ich Fidel Castros Biografie, die mir die GenossInnen vom Sozialen Zentrum aus Magdeburg geschickt haben. Ein empfehlenswertes Buch.
Danke für die Karikatur von Günter Finneisen: „Nie den Überblick für das Wesentliche  verlieren..“, die du mir geschickt hast. ( Sie ist  auch im GI 359, Seite 17, abgedruckt. Die Red.)
Ich hätte gerne den Knast verlassen, nur ist die Knastmauer leider gnadenlos hoch!

Solidarische Grüße, Bruder
Gesundheit und Power

Anmerkung: In dem inkriminierten Brief wurde über das Urteil gegen Ahmet, Cengiz und Nurhan, die Lage der weiteren türkischen Inhaftierten und der von Abschiebung bedrohten ehemaligen Gefangenen, sowie das ein neuer „Langer Marsch“ geplant ist, berichtet.
„Beschlagnahmung“ heißt in diesem Fall, dass das OLG eine Kopie von dem Brief machte und ihn dann aushändigte.

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