Brief von Faruk Ereren vom 7. November 2010

Lieber…,
Deine Post von 27. 10. bekam ich am 5. 11. mit allen Artikeln.
Dank der beigefügten Unterlagen erfuhr ich vom Freispruch des „Gefangenen Infos“. Mit der Zensur gegen das Info sind die Herrschenden dieses Mal nicht durchgekommen.
Zum Freispruch gratuliere ich Dir, der gesamten Redaktion und allen, die sich solidarisch verhalten haben.
Ich habe von Dir erfahren, dass die Veranstaltung zu den § 129b-Verfahren in Münster nicht gut besucht war. Ich finde es nicht so wichtig, dass nicht so viele da waren. Wichtig ist eine lebhafte und solidarische Diskussion, die die Voraussetzung ist, dass wir in Zukunft mehr werden!
(…) Mir geht es soweit gut, obwohl ich seit längerer Zeit keinen Menschen mehr gesprochen habe. Ich kann mir mit Büchern und Schreibmaschine die Zeit vertreiben, aber das kann mir keine menschlichen Kontakte ersetzen.
Selbst das Gericht hat mir auf Grund meiner Erkrankung Umschluss mit einem Weggesperrten zweimal wöchentlich genehmigt. Aber seit 5 – 6 Monaten gab es keinen Umschluss mehr, weil die Knastleitung angeblich keinen Gefangenen für mich finden konnte.
Das bedeutet für mich praktisch vollständige Isolation….

Faruk Ereren

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