Der eigene Körper als Waffe: Solidarität mit den Hungerstreikenden!

Der eigene Körper als Waffe: Solidarität mit den Hungerstreikenden!

Seit über 160 Tagen befindet sich die kurdische HDP-Abgeordnete Leyla Güven in einem unbefristeten Hungerstreik. Ihre Forderung ist die Aufhebung der Isolation des kurdischen Führers Abdullah Öcalan und bessere Haftbedingungen für die politischen Gefangenen. Dem Hungerstreik haben sich mittlerweile rund 7000 Frauen, Männer und Jugendliche auf der ganzen Welt angeschlossen.

Mit den verschiedensten Mitteln haben die Herrschenden versucht den Hungerstreik zu beenden: Im Januar erlaubten sie erstmals nach zwei Jahren, dass Abdullah Ocanal von seinem Bruder auf der Gefängnisinsel Imrali besucht wird. Leyla Güven, die den Hungerstreik im Gefängnis begann, haben sie frei gelassen und gehofft, sie würde ihn dadurch beenden. Doch auch außerhalb des Gefängnisses setzt sie den Streik fort und gibt nicht auf.

Trotz des riesigen Ausmaßes des Hungerstreiks bleibt die Berichterstattung in den bürgerlichen Medien weit hinter seiner Relevanz zurück. Kein Bericht, kein Artikel, keine Schlagzeile wird dem Hungerstreik gewidmet. Auch die Bundesregierung hält sich zurück und schweigt.

Damit macht sich der bürgerliche deutsche Staat zu einem weiteren isolierenden Faktor im Kampf um die Forderungen der Hungerstreikenden. Er stellt sich gegen sie und auf die Seite der türkischen Regierung, die die Isolationshaft Öcalans aufheben könnte, sich aber noch immer sträubt.

Doch was ist der Hungerstreik für eine Protestform?
Leyla Güven hat geschrieben „Eine Gefangene verfügt über nichts, außer ihren eigenen Körper, deswegen habe ich diesen Hungerstreik gestartet. Ich habe viele Jahre den Kampf für die Frauenbefreiung geführt, und ich werde den Kampf weiterführen. Der Widerstand wird fruchten, daran glauben wir ununterbrochen.“

Aus verschiedenen Kämpfen in den Gefängnissen weltweit ist der Hungerstreik als Kampfform bekannt. Wie Leyla sagt, haben die Gefangenen nichts außer ihren eigenen Körpern, was sie als Waffe einsetzen können. Das ist jedoch nicht nur in den Gefängnissen so.

Der Hungerstreik ist eine weit verbreitete und effektive Aktionsform, die von den bürgerlichen Medien verschwiegen wird. Nicht nur in den Gefängnissen und nicht nur von den RevolutionärInnen werden Hungerstreiks als effektives Kampfmittel eingesetzt.

Auch in Deutschland ist der Hungerstreik keine unbekannte Kampfmethode. Auch hier wird er immer wieder in den Kämpfen unserer Klasse eingesetzt um die scheinbare Allmacht der staatlichen Repression etwas entgegensetzen zu können. Auch in Palästina finden heute wieder kollektive Hungerstreik-Kämpfe in den Gefängnissen statt.

Für die unbefristeten-Hungerstreikenden heute ist klar: sie treten in den Streik für ein Menschenwürdiges Leben und werden nicht aufgeben. Unsere Aufgabe muss es sein, diesen Kampf öffentlich zu machen.

Wir müssen den Protest an die Öffentlichkeit tragen, die ArbeiterInnen in Deutschland darauf aufmerksam zu machen, die Medien dazu bringen zu berichten und sicher zu stellen, dass der Hungerstreik nicht mehr ignoriert werden kann!

Hoch die Internationale Solidarität!

http://komaufbau.org/der-eigene-koerper-als-waffe-solidaritaet-mit-den-hungerstreikenden/

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