Elfter Jahrestag der Ermordung Oury Jallohs

Elfter Jahrestag der Ermordung Oury Jallohs

Am 7. Januar 2005 starb Oury Jalloh an Händen und Füßen gefesselt in einer Zelle der Polizei in Dessau. Er wurde verhaftet, weil er schwarz war. Er wurde gefoltert, weil er schwarz war. Er wurde bei lebendigem Leib verbrannt, weil er schwarz war. Anlässlich seines elften Todestages gab es verschiedene Aktionen in der BRD. Die zentrale war die jährlich stattfindende Demonstration in Dessau.

 

200 bis 300 Menschen beteiligten sich an dem Marsch, der vom Dessauer Bahnhof zur Dessauer Staatsanwaltschaft, zum Mahnmal für den im Jahr 2000 von Faschisten tot geschlagenen Alberto Adriano, durch die Dessauer Innenstadt bis zum Polizeirevier, in dem Oury Jalloh starb, führte.
Die Demonstration wird organisiert von „Break the Silence – Initiative in Gedenken an Oury Jalloh“ und maßgeblich von der afrikanischen Gemeinschaft aus Dessau und Umgebung und darüber hinaus getragen. Wie in den Jahren zuvor wurde die Demonstration u.a. aus Berlin, Hamburg und Magdeburg unterstützt. Weitere Demonstrationen gab es in Jena und Köln.
Auch in Würzburg und Speyer gab es Aktionen. Es wurden Flyer verteilt, Plakate verklebt und eine Polizeiwache wurde angegriffen.

Die juristische Farce, die um den Mord entwickelt wurde, um die Täter zu schützen, ist mittlerweile ganz offen widerlegt. „Eine Show“, wie es einer der Organisatoren korrekt benannte. Selbst die bürgerliche Presse kann sich der Wahrheit nicht mehr ganz verschließen, wie ein Monitor-Bericht der ARD in Folge eines Tatorts, der den Fall thematisierte, zeigt.

Marx schrieb 1870 in einem Brief an Sigfried Meyer und August Vogt zur irischen Frage: „Dieser Antagonismus wird künstlich wachgehalten und gesteigert durch die Presse, die Kanzel, die Witzblätter, kurz, alle den herrschenden Klassen zu Gebot stehenden Mittel. Dieser Antagonismus ist das Geheimnis der Ohnmacht der englischen Arbeiterklasse, trotz ihrer Organisation. Er ist das Geheimnis der Machterhaltung der Kapitalistenklasse. Letztre ist sich dessen völlig bewußt.“
Genau so verhält es sich in der Frage des Rassismus heute in Deutschland. Er ist das Geheimnis der Ohnmacht der Arbeiterklasse. Dass die afrikanische Gemeinschaft kämpft und gegen die Schläge der Reaktion Widerstand leistet, ist eine gute Sache, die von der revolutionären Bewegung unterstützt werden muss. Die verschiedenen Kämpfe zu vereinen, ist die Aufgabe der Kommunisten. Hier in Dessau zeigt sich u.a. wer nur leere Phrasen drischt und wer ernsthaftes Interesse hat dem Volke zu dienen.

Geschrieben von jofu
http://www.demvolkedienen.org/index.php

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