Hamburg: Grussadresse für die Kundgebung gegen Helmut Schmidt am 23.11.15

Hamburg: Grussadresse für die Kundgebung gegen Helmut Schmidt am 23.11.15

Hallo Genoss_innen und Genossen,
Eure Initiative gegen die Stilisierung Helmut Schmidts zum großen Staatsmann ist sehr zu begrüßen. Denn es ist auch ein Beitrag gegen die um sich greifende Amnesie, gegen die Verleugnung linker Geschichte. Noch in den 70er Jahren waren es längst nicht nur radiale Linke, die das Modell Deutschland, das Schmidt und die hinter ihm stehende SPD verkörperte als modifizierten Faschismus betrachteten.

Überall in den west- und südeuropäischen Nachbarländern wurde damals registriert, dass sich Westdeutschland unter Schmidt wieder zur einen neuen Hegemon aufschwingt. Es war Schmidt, der damals den Regierungseintritt der damals schon sozialdemokratisierten Kommunistischen Partei in Italien heftig bekämpfte, er und seine SPD unterstützen während der Nelkenrevolution Gruppen, die das Land auf einen Natokurs drängten und den sozialen Aufbruch im Land stoppten.
Schmidt und seine SPD standen innenpolitisch für einen Krieg gegen die erstarkte radikale Linke. Davon waren längst nicht nur bewaffnet kämpfende Gruppen wie die RAF betroffen. Bald waren alle, die sich nicht auf eine systemkonforme Opposition beschränken wollten, zum inneren Feind erklärt. Es gab eine Massenrepression gegen diese damals noch staatsfeindliche Linke und es gab Tote. Die bis heute ungeklärten Todesumstände der RAF-Mitglieder Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin, Jan Carl Raspe, Ingrid Schubert fallen in die Regierungszeit von Helmut Schmidt. Der hatte vor einigen Jahren selber zugegeben, dass er froh ist, dass die Justiz damals nicht so genau hingeschaut hat. Sonst hätten wohl einige seiner Mitarbeiter_innen auf der Anklagebank Platz nehmen müssen. Einige von Euch waren schon in den 70er Jahren in der radikalen Linken aktiv und können so als Überlebende von Schmidts Modell Deutschland bezeichnet werden.
Es soll noch an Schmidts Revisionismus der NS-Geschichte erinnert werden, der in den Medien größtenteils auch mit leichter Kritik garniert akzeptier wird .So log Schmidt, er habe von den als Reichspogromnacht in die Geschichte eingegangenen reichsweiten Angriffen auf Jüdinnen und Juden am 9.November 1938 nichts mitbekommen. Dabei lief r die Aktion nicht etwa geheim sondern vor aller Augen und wurde in allen Medien des NS groß herausgestellt. Es ist eine klare Lüge und nicht nur die Funktion ihn selber sondern viele deutsche Mitmacher_innen im NS-Staat zu entlasten Denn, wenn Schmidt nichts mitbekomme naht, können sich viele seiner Zeitgenoss_innen bzw. ihre heutigen Nachfahren darauf berufen.
Daher gilt:
Für die Wiederaneignung linker Geschichte!
Schmidt und sein Modell-Deutschland in die Tonne treten!

Internationale Kommunist_innen Berlin

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