Liebe Freundinnen und Freunde zum Yorumkonzert in Oberhausen!

Liebe Freundinnen und Freunde zum Yorumkonzert in Oberhausen!

wir möchten euch hiermit -leider etwas verspätet- einen Bericht vom Grup Yorum Konzert in Oberhausen zukommen lassen, in dessen Zentrum die Forderung nach Gerechtigkeit für die Opfer der NSU-Bande, der Taksim Widerstand, der Kampf gegen Rassismus und Faschismus und Internationale Solidarität standen, Solidarität
vor allem auch mit dem syrischen Volk gegen den imperialistischen Krieg.

14.000 Menschen sangen gemeinsam, riefen gemeinsam Parolen für den Widerstand gegen die AKP-Regierung in der Türkei.
Wir würden uns freuen, wenn unsere Nachricht über dieses wichtige
Ereignis von euch veröffentlicht wird und ihr im nächsten Jahr, voraussichtlich wieder im Juni, auch mit dabei sein könnt – denn unsere Stimme für die Gerechtigkeit muss noch stärker werden. …
Viele Videos sind auf Youtube zu finden, am Besten „Grup Yorum Oberhausen“ eingeben…

Grup Yorum Konzert in Deutschland
Das 2. Konzert von Grup Yorum mit dem Titel „Eine Stimme Ein Herz gegen den Rassismus“ fand diesmal in der Arena in Oberhausen statt.
Resonanz:
„Wir waren 14 Tausend in Oberhausen… Wir waren eine Stimme und ein Herz“
„Wir haben gegen den AKP-Faschismus und gegen den Rassismus des Imperialismus eine neue und noch stärkere Barrikade gebaut“.
Erneut haben sich Tausende Herzen und Stimmen in Deutschland beim Grup Yorum Konzert gegen den Rassismus vereint.
Tausende Menschen kamen zum Eingang der Arena mit Parolen des Taksim Widerstands…. Auch in der Halle wurde der Widerstand im
Gezi Park während des gesamten Konzerts gegrüßt. Wenn „Taksim Überall ist“, dann sollte das auch für die Oberhausener Arena gelten.
Konzertbeginn war für 17:00 Uhr festgelegt. Um 14:00 Uhr wurde der Saal geöffnet. Im Foyer waren mehr als 100 große Plakate angebracht, die Parolen im Zusammenhang mit dem Rassismus, mit dem Kampf gegen den Rassismus, dem Taksim Widerstand und diversen Fragen beinhalteten.

Um 17:00 Uhr standen immer noch an beiden Eingangstüren mehr als Tausend Menschen in der Schlange. 4 Busse, die unterwegs eine Panne hatten, waren verspätet. Es wurde vom Pult aus um Verständnis und Zustimmung gebeten, das Konzert 15-20 Minuten später zu beginnen.
Tausende Menschen antworteten mit minutenlangem Applaus darauf. Als das Konzert wenig später begann, war der Saal zum Großteil gefüllt.
Zur Einleitung wurde eine Rede gehalten, in der der Taksim Widerstand und alle die diesen Widerstand unterstützen gegrüßt wurden.
„Heute werden wir hier alle zusammen den Gezi Park verteidigen. Heute werden wir hier zeigen, dass wir uns dem AKP-Faschismus nicht beugen werden. Wir werden hier eine neue und noch stärkere Barrikade gegen den Rassismus bauen. Heute werden wir hier die Hoffnung vergrößern.
Willkommen bei der Stärkung der Hoffnung“.

Nach dieser Begrüßung trat als erstes die Volkstanzgruppe des Alevitischen Vereins Lüdenscheid „Dance of Harmony“ auf.
Die Gruppe hat die Anatolische Folklore mit ihren eigenen Tanzfiguren vermischt und eine mitreißende Vorführung abgehalten.
Nach der Tanzgruppe wurde Links-Abgeordneter Andrej Hunko auf die Bühne gebeten. Er begann seine Rede mit den Worten
„Merhaba Yoldaslar“ (Hallo GenossInnen) und grüßte den Widerstand in Taksim. Es erhielt heftigen Applaus und wurde mit
Parolen der Internationalen Solidarität unterstützt, als er über den brutalen Polizeiangriff gegen „Blockupy“-DemonstrantInen in
Frankfurt sprach. Er beendete die Rede mit den Worten „Her Yer Taksim Her Yer Direnis“ (Taksim überall, Widerstand Überall).
Der Abgeordnete der Grünen Mehmet Kilic, der am Konzert teilnehmen wollte jedoch verhindert war, schickte eine Videobotschaft.

Ebenfalls Bundestagsabgeordnete der Linken Sevim Dagdelen war als Rednerin vorgesehen, musste jedoch kurzfristig absagen.
Annegret Gärtner-Leymann von der Betriebsratsliste „Offensiv“ und Lisa Gärtner kamen in Vertretung der revolutionären Opel-Arbeiterinnen auf die Bühne und grüßten im Namen der Opelaner die Menschen am Taksim-Platz in Istanbul. Auch ihre
Solidaritätsbotschaft kam gut an und sie erhielten kräftigen Applaus.
Anschließend sprach die Anatolische Föderation. Die Mitglieder der Anatolischen Föderation gingen in ihrer Rede auf den Rassismus und andere grundlegende Probleme der MigrantInnen in Europa ein und riefen zur Organisierung auf. Gleichzeitig erinnerten sie an die in der Türkei abgehaltenen Grup Yorum- Konzerte für eine „unabhängige Türkei“ (Anm.: 14. April 2013, 550.000 Menschen in Istanbul) und betonten, dass eine ähnliche Entwicklung auch hier nicht unmöglich sei.

„Dieses Jahr wurde das zweite Konzert unter dem Motto „Eine Stimme Ein Herz gegen den Rassismus“ abgehalten. Im letzten Jahr war
das Ziel, 10 Tausend Menschen zu vereinen. Dieses Ziel wurde erreicht und sogar überschritten.
Dieses Jahr wurde das Ziel gesteigert und es wurden 15 Tausend Menschen erwartet.
Danach werden es 20, 25 Tausend sein.
Und Danach 50 Tausend…
Danach? …liegt es an euch allen.
Es ist keineswegs Illusion, dass auch hier in Europa 50 oder 100 Tausend Menschen teilnehmen.

In der Türkei gehen Grup Yorum Konzerte mittlerweile über eine halbe Million hinaus. Noch vor 5-6 Jahren konnte man sich diese Zahl
nicht einmal im Traum vorstellen. In einer Phase, wo die Massen am unmotiviertesten, passivsten schienen, sind all diese Menschen
aufgestanden und haben die Türkei erschüttert. An einem einzigen Tag strömten Hunderttausende über die Straßen und Plätze.
Das ist auch in Europa möglich. Wir können noch größere Konzerte, noch größere Versammlungen, noch größere Aktionen organisieren.
Das einzig dafür nötige ist Geduld, Arbeit, Bereitschaft, Mut und Führungskraft.“

Schließlich war Grup Yorum an der Reihe.
Unter langanhaltendem Applaus kamen die Bandmitglieder auf die Bühne. Grup Yorum eröffnete das Konzert mit einem Lied auf
ihrem demnächst erscheinenden Album „Wir können die Welt neu erschaffen“.
Sie sangen, hielten Reden, bewegten ihre Fans zum Mitsingen…
Zwischen den Liedern berichteten sie als Augenzeugen, immer wieder über den Taksim Widerstand, der sich auf alle Städte, alle
Armenviertel der Türkei ausgeweitet hat.
Bevor der zweite Teil der Veranstaltung begann, gingen Mitglieder von ARAB, der Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin
über die Bühne und öffneten ein Transparent mit der Aufschrift „Kurtulusa Kadar Savas“, was soviel bedeutet wie ‚Kampf bis zur Befreiung‘ und in der revolutionären Linken in der Türkei eine gängige Parole ist.

Der 2. Teil des Konzerts begann mit einer Theatergruppe des „Kunstatteliers Köln“. Das selbst inszenierte Stück handelte von den
Angehörigen des griechischen und der türkischen Mordopfer der NSU Nazi-Bande. Darin wurde sowohl der Versuch der deutschen Polizei, diese rassistischen Morde zu verschleiern, als auch deren unmittelbare ausländerfeindliche Haltung wiedergespiegelt.
Gleich nach dem Theaterstück wurde die Tochter des ersten türkischen NSU-Opfers Enver Simsek, Semiya Simsek zur Bühne gebeten.

Was im Theaterstück gezeigt wurde hatte sie am eigenen Leib erfahren und sie berichtete darüber.
Im Anschluss daran kam eine Vertreterin der Anatolischen Jugend mit Enthusiasmus auf die Bühne. Sie sprach immer wieder den Taksim
Widerstand an und ihre Rede wurde mehrmals mit Parolen aus dem Publikum „Tayyip Istifa (Rücktritt)“, „Wir werden uns nicht beugen“ unterbrochen.
Nun kam Grup Yorum auf die Bühne zürück.
Von „Cemo“ (https://www.youtube.com/watch?v=nRO-dA3bkb4) bis „Bella Ciao“, wurden viele der Grup Yorum-Lieder von allen Menschen mitgesungen.

Die Künstler Erdal Bayrakoglu und Niyazi Koyuncu sangen mit Grup Yorum und stellten ihre großartigen Stimmen für dieses Konzert zur
Verfügung.
Während des Konzerts wurde eine Liveschaltung nach Taksim gemacht und die Stimme des Widerstands konnte auch im Saal gehört werden.
Als ob die ganze Halle plötzlich mitten in Taksim stand. Die Parolen waren in diesem Moment noch lauter.

Wir waren 14 Tausend an diesem Abend. Wir sangen die Lieder mit einem Chor von 14 Tausend Menschen und wir haben Hoffnung und
Begeisterung erneut vergrößert.
In den Unterhaltungen, Botschaften vieler Menschen wurde der Abend als „unvergesslich“ bezeichnet. Ein weiterer Fan sagte „Grup Yorum
kann nicht beschrieben werden, das muss erlebt werden“. Das Konzert endete genauso wie es begann, mit großem Enthusiasmus.
Die meisten waren zuversichtlich und vom Wunsch erfüllt, dass im nächsten Jahr noch mehr Menschen teilnehmen werden.

Weitere Anmerkungen:
– Zur Veranstaltung waren außerhalb von Deutschland knapp 100 Busse aus England, Frankreich, Österreich, der Schweiz, Belgien und Holland angereist.
-Vor dem Konzert wurden im Zuge der Mobilisierung an Universitäten, in Alevitischen Kulturzentren, insgesamt an 43 Orten musikalische Vorträge abgehalten. An diesen Vorträgen hatten sich mehr als 3000 Menschen beteiligt.
– Die Transparente waren auf allen Tribünen, nebeneinandergereiht, so dass sie von überall zu sehen waren. Auf einigen der Transparente stand: „Wir fordern Gerechtigkeit für unsere ermordeten Menschen“, „Wir lassen uns nicht assimilieren, wir lassen den Rassismus nicht an uns vorbei“, Die Mörder-Nazis müssen angelagt werden“, „Verfolgen wir den NSU-Prozess“, „Die Operationen und Verhaftungen des AKP-Faschismus können uns nicht bezwingen!“
– Es wurden Briefe von Sadi Özpolat und der in Frankreich inhaftierten Zehra Kurtay im Namen der in Europa inhaftierten Gefangenen verlesen. Sie erhielten den größten Beifall auf dem Konzert.
– Alle Vorbereitungen für das Konzert und alle Arbeiten bishin zu den Buffets wurden von Hunderten Freiwilligen bewerkstelligt.
– Die Veranstaltung endete mit einem sogenannten Eid an das Volk, der von Tausenden im Chor mit Grup Yorum gesprochen wurde.

Related Posts

Die Knastadressen von Ihsan Cibelik und Özgül Emre

Die Knastadressen von Ihsan Cibelik und Özgül Emre

Der deutsche imperialistische Staat setzt seinen Angriff auf Revolutionäre aus der Türkei fort!

Der deutsche imperialistische Staat setzt seinen Angriff auf Revolutionäre aus der Türkei fort!

Ihsan Cibelik von Grup Yorum wurde in Deutschland festgenommen!

Ihsan Cibelik von Grup Yorum wurde in Deutschland festgenommen!

Immer mehr Faschist:innen im Untergrund

Immer mehr Faschist:innen im Untergrund