MAGDEBURG: DEMONSTRATION  In Gedenken an die Gefallenen  im Todesfastenwiderstand

MAGDEBURG: DEMONSTRATION In Gedenken an die Gefallenen im Todesfastenwiderstand

Wir versuchen hier vor Ort durch politische Aktivitäten, also das Organisieren von Demonstrationen und Kundgebungen, aber auch Volksküchen und Infoveranstaltungen sowie das Betreiben des Infoladens, unseren Teil zum Klassenkampf von unten, dem Kampf der proletarischen Klasse gegen die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen sowie der Ausbeutung der Natur; beizutragen.

Dieser Kampf ist auch ein Kampf gegen den Imperialismus. Und eins ist sicher, er kann nur effektiv geführt und letzten Endes gewonnen werden, wenn sich unsere Klasse vernetzt und zusammen solidarisch kämpft. Genauso wie hier im Kiez, kämpfen unsere Genoss:innen in der Türkei indem sie Räume schaffen in denen gegenseitiger Respekt und Solidarität herrschen, sie ihre Klasse dazu aufrufen, Widerstand gegen ihre Unterdrücker zu leisten.

Ein weiteres Feld auf dem die Genoss:innen beispielhaft kämpfen, ist das der Kultur. Mit der Musikgruppe Grup Yorum haben sie sich in diesem Kampf ein Werkzeug geschaffen, welches den Herrschenden durch seine Stärke, der Stimme der Unterdrückten, Gehör zu verschaffen, in steter Regelmäßigkeit große Angst einflößt, sie aber auch dazu bringt, eine Flut an Repressionen, wie Haftstrafen, Razzien, Konzert- und Auftrittsverbote bis hin zu kaltblütigem Mord, zu entfesseln. Doch wie an den folgenden Beispielen eindrucksvoll beschrieben wird, lassen sich unsere Klassenbrüder und -schwestern dadurch nicht einschüchtern, sondern führen ihre Kämpfe in aller Konsequenz und Entschlossenheit fort.

Im Angesicht eines erbarmungslosen und mörderischen Gegners vereinen sich Türk:innen, Kurd:innen, Armenier:innen, Aramäer:innen, Alevit:innen, Tscherkess:innen und viele weitere Menschen über die Schranken ihrer Herkunft oder Religion hinweg, um unter der Roten Fahne zusammen für ihre Freiheit zu kämpfen. Wie schon erwähnt, ist der Kampf den wir genauso wie unsere Freunde in der Türkei führen, ein antiimperialistischer Kampf. Und genauso wie wir eine solidarische Vernetzung mit den Bewegungen unserer Klasse auf der ganzen Welt anstreben, ist die Klasse der Kapitalisten und Imperialisten seit Jahrzehnten vernetzt. Zu nennen wäre in dieser keineswegs vollständigen Aufzählung die Zusammenarbeit des deutschen und türkischen Imperialismus beim Völkermord an den Armeniern. Gemeinsamen Kriegshanflungen im Rahmen der NATO-Partnerschaft.

Die Verfolgung der revolutionären und kurdischen Bewegung über Ländergrenzen hinweg. Der Export des stammheimer Isoknastmodells zum Brechen der widerständigen Gefangenen. Die Exporte von Waffen, wie den Leopard II Panzer, um in Syrien zu intervenieren. Die unzähligen Prozesse und Verurteilungen wegen Paragraph 129b, zuletzt gegen Musa Asoglu und unzählige weitere Verbrechen und Schweinereien gegen unsere Klasse und die Masse der Bevölkerung, sowohl in Deutschland als auch in der Türkei. All das sind Gründe für uns, die Solidarität und Zusammenarbeit zwischen der türkischen linken Bewegung und den Kämpfen hier bei uns zu stärken.

All diese Ungerechtigkeiten aber auch das Bewusstsein, dass unsere Kämpfe, wenn sie isoliert und ohne gegenseitigen Bezug aufeinander, geführt werden, nicht zum Erfolg führen, wecken unsere Verantwortung und sind der Grund dafür, dass wir dem Kampf, dem Mut und der Opferbereitschaft unserer Genoss:innen, auf die in den folgenden Seiten eingegangen wird, ein ehrwürdiges Gedenken und einen Widerhall ihrer Situationen in unseren Kämpfen in unserem Stadtteil bereiten wollen. In diesem Sinn laden wir Euch herzlich zu der Demonstration in Gedenken an die Gefallenen des Todesfastenwiderstandes ein und verabschieden uns mit folgenden Worten.

LASST UNS NIEMANDEN VERGESSEN!

FREIHEIT FÜR BETUL VARAN; SEHER ADIGÜZEL; SEVCAN ADIGÜZEL UND ALL DIE ANDEREN!

UNSERE KRAFT LIEGT IN UNSERER EINHEIT UND UNSERER SOLIDARITÄT!

DIE GRÖßTE SOLIDARITÄT IST DIE BRÜDER- UND SCHWESTERNSCHAFT GEGENÜBER DENEN; DIE UNSER BLUT VERGIEßEN!

Netzwerk Freiheit für alle Gefangenen,Magdeburg

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