Münster: Silvesterkundgebung und Glasbruch vor der JVA

Münster: Silvesterkundgebung und Glasbruch vor der JVA

Am 31.12.2015 trafen sich circa. 50 Menschen vor der JVA an der Gartenstraße in Münster und hielten eine unangemeldete Kundgebung ab um gegen die Verhältnisse zu demonstrieren, deren Kitt und letzte Konsequenz noch immer Sanktionierung, Gewalt, Freiheitsentzug und  Bedrohung in Form des Knastes ist.

Es wurde Musik gespielt, Redebeiträge verlesen, Raketen und Böller über die Knastmauer geworfen und gemeinsam getanzt. Später in der Nacht wurden laut Polizeipresse mehrere Farbflaschen gegen das Gebäude geworfen und ca. ein dutzend Fensterscheiben am Wartehäuschen eingeschmissen.

Für alle die, die sich für eine emanzipatorische Gesellschaftsordnung einsetzen und ungemütliche oder illegalisierte Protestformen gegen den Staat und seine Institutionen wählen ist das Gefängnis genauso allgegenwärtige Bedrohung wie für die, sich ihren Lebensunterhalt duch Kompliz_innenschaften in Form von kleinen Betrügereien, Schieberein und Sabotageakte sichern. Das Gefängnis verhindert keine Ungerechtigkeiten, es gießt strukturelle Ungerechtigkeiten in Zement. Es steht u.A. als letzte Konsequenz zwischen den Hungernden und den vollen Regalen der Supermärkte , zwischen den Wohnungslosen und den Einzug in die seit Jahren leer stehenden Häuser oder zwischen den bargeldlosen und der Fahrt mit dem Zug. Es ist dazu gedacht Menschen zu brechen, sie konform zu halten und ist ein Instrument des Staates um die Verhältnisse aufrecht zu erhalten. Der Knast ist ebenso ein Instrument der bürgerlichen Gesellschaft zur Dämonisierung von Straftäter_innen. Es soll allen Menschen als  Mahnung dienen und daran errinern was passieren kann wenn sie die legalen Wege verlassen. Dabei hat fast jede_r Bürger_in Schwierigkeiten sich nicht selbst als Straftäter_in zu sehen. Wer würde hier eher verhungern wollen als im Supermarkt zu klauen ? An die Hölle glaubt hier heute kaum noch jemand. Nun muss Die Welt  aufhören an das Gefängnis zu glauben.

Es geht nicht darum morgen als erstes alle Knäste aufzulösen, sondern unsere Kritik an den Verhältnissen in Bezug auf Herrschaft zu fokussieren. Es geht auch nicht darum der Gesellschaft, die einen Knast für naturgegeben und notwendig hält, eine emanzipatorische, linksradikale und befreiende Alternative aufzutischen. Sondern zumindest damit anzufangen sie zu erdenken, Berührungspunkte zu schaffen und erlebbar zu machen. Gegen Knäste zu demonstrieren heißt in erster Linie die Gitter im eigenen Kopf als erstes zu brechen.

Pressebericht: http://www.wn.de/Muenster/2221740-Scheiben-eingeworfen-Farbanschlag-auf-…

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