Stellungnahme zu den Vorfällen in Burg (LSA)

Stellungnahme zu den Vorfällen in Burg (LSA)

In den letzten Monaten gab es zahlreiche Auseinandersetzungen mit, Bedrohungen und Angriffe durch Nazis aus Burg und Umgebung auf Antifas und Linke. Antifaschist*innen reagierten auf den kontinuierlichen Naziterror und versuchten eigene linke Akzente im Jerichower Land zu setzen, worauf sie in das Visier der staatlichen Repressionsbehörden gerieten. Neben Hausdurchsuchungen, mehreren Anzeigen und Ermittlungen gab es auch einen Anquatschversuch in Burg.

Als Reaktion darauf hat am Samstag den 02 November 2013 die Antifaschistische Aktion Burg (AAB) zu einer Demonstration gegen Naziterror und staatlicher Repression aufgerufen. Zu dieser sind ca. 230 Menschen angereist. Im Vorfeld und während der Demonstration gab es mehrere Versuche der Polizei, die Demo zu verhindern. Der Beginn der Demo wurde durch gezielte Kontroll- und Einschüchterungsmaßnahmen hinausgezögert. So durchsuchten die Bullen alle Taschen und ließen vorerst niemanden ohne Kontrolle zur angemeldeten Auftaktkundegbung.  Es wurde einigen Menschen verwehrt Ordner*in zu sein, der Lautsprecherwagen wurde 1 Stunde lang überprüft, ob er nicht gestohlen sei, und die Demonstration wurde mehrfach wegen Lappalien angehalten und abgefilmt. Das überdurchschnittlich große Bullenaufgebot kann ebenfalls als Provokation und Einschüchterungsversuch gezählt werden. So kamen auf eine demonstrierende Person mindestens circa 2 Polizisten*innen.

Die Demonstration ging trotz dieser Vorfälle und mit einigen Unterbrechungen bis zum Bahnhof der Stadt Burg, der auch der Endpunkt der Demonstration sein sollte. Am Abend und in der Nacht der Demo zogen mehrere bis zu 25 Menschen starke Gruppen von Nazis durch die Burger Innenstadt. Diese griffen mehrfach von ihnen als Linke und Antifas ausgemachte Menschen an. So entführten sie einen jungen Antifaschisten aus Burg und verschleppten diesen unter Ausübung von brutaler Gewalt in ein abgelegenes Waldstück. Dort versuchten sie durch Drohungen und Folter an weitere Adressen von Burger Antifaschist*innen zu gelangen. Nach einiger Zeit wendeten die Nazis sich von dem Betroffenen Antifaschisten ab und liesen diesen alleine im Wald zurück.

Die Repressionsbehörden fahnden nun nach „unabhängigen“ Zeugen zu dem Fall, wie unter anderem die Junge Welt berichtet ( Dazu schaltete die Polizeidirektion Jerichower Land eine Kontakt- und Infonummer.

Wir halten es für wichtig noch einmal deutlich zu machen, dass jegliche Zusammenarbeit mit den staatlichen Repressionbehörden auch immer eine Offenlegung und Gefährdung linker und emanzipatorischer Politiken, ihrer Strukturen und Akteure*innen ist. Daher raten wir euch aus Selbstschutz die Kontakt- und Infonummer der Polizeidirektion Jerichower Land nicht zu nutzen. Die Vorfälle im Jerichower Land  zeigen wieder einmal mehr als deutlich, wo der Feind der bestehenden Ordnung steht, nämlich links. Denn als am Samstag (02.11.) bewaffnete Nazis durch Burg zogen, um ihre Opfer ausfindig zu machen, ließ die Polizei diese gewähren, anders als bei der Demo am Nachmittag. In der Vergangenheit gab es immer wieder harte Repressionschläge der staatlichen Behörden gegen engagierte Antifas in Burg und gegen die notwendige und legitime antifaschistische Selbstschutzpraxis vor Ort.

Weiter wollen wir auf die von uns bekannten Fälle von Anzeigen auf der oben genannten Demo „In die Offensive“ aufmerksam machen: Es gab während der Vorkontrollen mehrere Anzeigen wegen Sachen, die notwendig sind um Angriffe durch die Polizei und Neofaschisten auf die Demonstration abzuwehren. Solltet Ihr also solche Sachen, aber auch Dinge, die zur materiellen Untermauerung unserer politischen Inhalte notwendig sind,  mitnehmen – vermeidet in die Vorkontrollen zu kommen.  Es gibt ausreichende Gelegenheit sich  im Verlaufe der Demonstration einzureihen.

17.11.2013, Rote Hilfe Ortsgruppe Magdeburg

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