Straflos geblieben

Straflos geblieben

Chef der chilenischen Todeskarawane verstorben
Der chilenische Putschgeneral Stark, der nach 1973 Sonderbeauftragter Diktator Pinochets für die mordenden Todeskarawanen war, starb in einer Privatklinik.

 

Von Jürgen Vogt nd 11.3.
»Arellano Stark ist in Straflosigkeit gestorben, ein völkermordender Unterdrücker, ein Feigling, der das Leben von vielen ehrenhaften und mutigen jungen Menschen gebrochen hat,« so Carmen Hertz, die Menschenrechtsanwältin und Witwe von Carlos Berger, der während der Todeskarawane ums Leben kam. Stark habe sich immer um die Verantwortung herumgedrückt.
Der am Mittwoch im Alter von 94 Jahren in einer Privatklinik verstorbene chilenische General im Ruhestand Sergio Arellano Stark war als Sonderbeauftragter des Generals Augusto Pinochet Chef der vom Diktator angeordneten berüchtigten Todeskarawane (Caravana de la Muerte). Sie gilt als eines der schlimmsten Menschenrechtsverbrechen der Militärjunta, die sich am 11. September 1973 gegen die demokratisch gewählte Regierung des Sozialisten Salvador Allende an die Macht putschte. Unter der Militärdiktatur von Augusto Pinochet von 1973 bis 1990 wurden mehr als 3000 Menschen getötet und Zehntausende gefoltert.

Die Todeskarawane war eine Gruppe von Militärs, die vom 4. bis 19. Oktober 1973 mordend durch das Land zog. In mehreren Städten wurde etwa 100 politische Gefangene ermordet. Die Opfer wurden aus den Gefängnissen geholt, an abgelegene Orte gebracht und getötet. Mitunter wurden die Leichen mit Dynamit gesprengt, um Spuren zu verwischen.

Vor Gericht versuchte Stark die Verantwortung abzuwälzen. »Nach meinem Eindruck handelten die Offiziere Arredondo, Moren Brito und Fernández Larios in der Stadt La Serena auf eigene Faust«, sagte er aus. Der Offizier Arredondo erklärte aber: »Mein General war immer über die Exekutionen und deren Anzahl informiert.« Zugleich charakterisierte er seinen Vorgesetzen so: »Stark war ein hundertprozentiger Militär, hart, unnachgiebig, mit einem großen Ansehen, sein Wort war Gesetz.«
2008 wurde General Stark zu sechs Jahren Haft verurteilt. Aber wegen »Demenz« wurde die Verbüßung von der Justiz ausgesetzt. Eine Strategie der Strafumgehung, die auch seine früherer Chef Augusto Pinochet eingeschlagen hatte. »Ich habe den Diagnosen dieser Generäle immer misstraut, die in die Verbrechen verwickelt waren, schließlich folgen sie damit Pinochet, der Demenz vortäuschte,« so Carmen Hertz.

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