Zu Feldbauers junge Welt-Artikel vom 4.5.2013: Strippenzieher Andreotti?

Zu Feldbauers junge Welt-Artikel vom 4.5.2013: Strippenzieher Andreotti?

Da die Leserinnen  und Leser aus der BRD sich mit den italienischen Verhältnissen nicht so gut auskennen, ist Feldbauers Artikel, der sich mit der Entführung des Präsidenten der Christdemokratischen Partei (DC) Adlo Moro durch die Roten Brigaden (BR) im März 1978 befasst, gelinde gesagt etwas verwirrend.
In diesem Artikel  bezeichnet der Autor Gerd Feldbauer die Entführungen von Moro durch die Roten Brigaden (BR), dem damalige Vorsitzenden der italienischen Christdemokraten, als vom „CIA gesteuert“ bzw. andere Dienste hätten das Kommando  damals unterwandert.
Ein bißchen erinnert das alles an das Buch “ das RAF-Phantom“. Es war für uns leichter, das auseinander zunehmen, da wir die Verhältnisse hier besser kennen. In diesem Buch wird unterstellt, die RAF gebe es seit 1984 nicht mehr und ihre Existenz bis 1998 sei nur eine Geisterarmee bzw. eine Geheimdienstgruppe. Eva Haule, ehemalige Gefangene aus der RAF, hat das im  Gefangenen Info 330 vom 23.10.2007 richtig gestellt.
Als ein weiteres Beispiel für das Totschweigen von linker Geschichte führen wir einen weiteren jW-Artikel vom 3./4.Mai aus dem Jahr 2008 ebenfalls vom selben Autor an:
“ Der Coup der P2-Loge“.
 
Da wir so eine Diffamierung von revolutionärer Geschichte nicht unkommentiert  hinnehmen, führte die Redaktion des „Gefangenen Info“ deshalb ein Interview mit Maurizio Ferrai, der damals in der BR organisiert war und 30 Jahre eingesperrt war.
Die „jW“ lehnte aber eine Veröffentlichung ab. (GI 340 vom 21. 8. 2008)
http://archiv.political-prisoners.net/home.php?id=709& amp;;lang=de&action=news

Wir kritisieren in diesem Zusammenhang somit eben auch die JW, die als linke Tageszeitung solchen eine publizistische Platzform bietet, die die revolutionäre Geschichte, im Schulterschluss mit den staatlichen Verfolgungs- und Propaganda Organen, diffamieren und den militanten Wiederstand überwiegend nur als Opfer der Verfolgung durch die Klassenjustiz
und nicht als selbstbestimmter Akteur der Geschichte darstellen.
In diesem Sinne:  „Revolutionäre  Geschichte aneignen und verteidigen!

Wolfgang Lettow, von der  Redaktion des „Gefangenen Infos“

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