Churchill starb am 11.August in Atlanta an den Folgen eines Schlaganfalls, wie sein langjähriger Freund und ehemaliger Anwalt David Lane am Mittwoch mitteilte.
Churchill wurde am 2. Oktober 1947 in Urbana, Illinois, als Sohn von Jack LeRoy Churchill und Maralyn Lucretia Allen geboren.
Im Alter von 19 Jahren wurde er zur US-Armee eingezogen und leistete laut AAUP einen zehnmonatigen Einsatz in Südvietnam. Diese Erfahrung, so Lane, habe seine politischen Ansichten und sein Engagement für indigene Völker geprägt.
Churchill engagierte sich bald nach seiner Rückkehr in seiner Heimat politisch und erwarb anschließend einen Master-Abschluss in interkultureller Kommunikation an der University of Illinois-Springfield.
Er unterrichtete kurzzeitig Bildende Kunst und Kunstgeschichte am Black Hills State College in South Dakota, bevor er nach Colorado zog, wo er 1978 seine Tätigkeit an der CU Boulder aufnahm.
Churchill blickte auf eine umfangreiche und bedeutende schriftstellerische Laufbahn zurück und verfasste mehrere herausragende revolutionäre Texte.
Er schrieb „Agents of Repression: The FBI’s Secret Wars Against the Black Panther Party and the American Indian Movement“. Das Werk beschrieb akribisch den Krieg der USA gegen diese beiden symbolträchtigen Organisationen.
Es folgte „The COINTELPRO Papers: Documents from the FBI’s Secret War Against Domestic Dissent“, das sich mit einem ähnlichen Thema befasste.
Später veröffentlichte er „Struggle for the Land: Native North American Resistance to Genocide, Ecocide and Colonization“ sowie „From a Native Son: Selected Essays on Indigenism“.
Churchills „Pacifism as Pathology: Reflections on the Role of Armed Struggle in North America“ war eine klinische Analyse der Rolle, die der Pazifismus innerhalb der Linken im imperialen Kern gespielt hat. Fast zwanzig Jahre später ist der Text immer noch aktuell und weit verbreitet.
Sein Essay „On the Justice of Roosting Chickens“ wurde später zu einem Buch umgeschrieben. Dieser Essay wurde zum berühmtesten seiner Karriere. Bekanntlich bezeichnete er die Technokraten im World Trade Center am 11. September als „kleine Eichmanns“, die sich mitschuldig am Übel des „globalen Finanzimperiums Amerikas“ gemacht hätten.
Obwohl diese Aussage zweifellos zutreffend war, erregte sie schließlich großes Aufsehen und führte dazu, dass er von seiner Stelle an der Universität entlassen wurde.
Nach der Kontroverse hielt sich Churchill eher im Hintergrund, blieb aber in der Linken aktiv. Sein Tod wird eine große Lücke in der Bewegung hinterlassen.
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