Am 19. August 2026 gelang es der Jury in einem der Prozesse im sogenannten „Filton-25“-Fall nicht, ein einstimmiges Urteil über die acht Angeklagten zu fällen: Aleksandra Herbich, Madeleine Norman, Hannah Davidson, Teuta Hoxha, Ian Sanders, Yulia Brigadirova, William Plastow und Sean Middlebrough. Sie alle waren wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an der Aktion im August 2024 gegen den Standort von Elbit Systems in Filton angeklagt, die einen Schaden von über einer Million Pfund verursacht hatte. Der Richter hatte zuvor William Plastow vom Vorwurf der „violent disorder“ freigesprochen, einem britischen Straftatbestand, der die Teilnahme an einer Versammlung von mindestens drei Personen betrifft, bei der rechtswidrige Gewalt angewendet oder angedroht wird. Middlebrough, der sich nach einer vorübergehenden Freilassung auf der Flucht befindet, wurde in Abwesenheit verurteilt.
Die Angeklagten waren zum Zeitpunkt der Tat nicht vor Ort. Die Anklage stützte sich daher insbesondere auf den Grundsatz des „joint enterprise“, wonach eine Person für eine von anderen begangene Straftat zur Verantwortung gezogen werden kann, wenn ihr vorgeworfen wird, an dem gemeinsamen Vorhaben mitgewirkt zu haben, insbesondere durch Unterstützung oder Anstiftung zu dessen Durchführung. In diesem Fall berief sich die Anklage insbesondere auf den Kauf von Werkzeugen und Erkundungsmaßnahmen. Die acht Angeklagten verbrachten zudem bis zu 18 Monate in Untersuchungshaft, was über die gesetzliche Höchstgrenze hinausging. Middlebrough hatte bereits 458 Tage ohne Verurteilung in Haft verbracht.
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