Am Galgen

Das israelische Parlament, die Knesset, hat am 1. April 2026 einen Gesetzentwurf zur Einführung der Todesstrafe für Palästinenser verabschiedet. Der Beschluss fiel mit 62 zu 48 Stimmen. Das Gesetz sieht die Todesstrafe als zwingende Strafe für Palästinenser vor, die von Militärgerichten in der besetzten Westbank wegen einer tödlichen „terroristischen“ Attacke verurteilt werden. Die Vollstreckung soll innerhalb von 90 Tagen durch Erhängen erfolgen, Begnadigungen sind ausgeschlossen.

Das könnte kein faschistischer Staat besser machen:
In einem besetzten Land (wie im Westjordanland) so tun, als würde man dort „Recht“ sprechen.

In einem besetzten Land (wie im Westjordanland) so tun, als hätte das Militär etwas mit Recht zu tun, trägt das totalitäre/faschistische Rechtsverständnis in sich.

In einem besetzten Land (wie im Westjordanland) die Todesstrafe auszuüben, ist ein Kriegsverbrechen, denn im Westjordanland hat Israel alles, nur keine Rechtshohheit.

In einem besetzten Land jene als „Terroristen“ zu bezeichnen, die das international verbriefte Recht haben, sich gegen die Besatzung zur Wehr zu setzen – auch bewaffnet, ist schon besonders infam.

In einem besetzten Gebiet die Todesstrafe zu verhängen, die jüdische Siedler oder israelische Soldaten explizit ausschließt, damit sie fortgesetzt plündern, enteignen, foltern, ermorden können, hat nichts mit Recht zu tun, sondern mit einem Apartheidsystem, das sich gar nicht mehr versteckt, sondern ausgelassen mit Sekt diese „demokratische“ Entscheidung feiert.

Es gibt vieles, das an diktatorische und faschistische Regime erinnert, was den Finanzminister Smotrich, bekennender Faschist, gar nichts stören würde.

Es gibt aber auch Besonderheiten:

Nicht einmal die Nazis waren so ausgelassen und stolz und haben Gaskammer-Sticker verteilt bzw. stolz am Revers getragen. Das geht in Israel ganz anders:

Der Goldene- Galgen-Pin wird vom faschistischen Polizeiminister Ben-Gvir direkt beworben und wird bereits online auf verschiedenen Plattformen verkauft. Die Anstecknadel ist zwischen 5,00 und 20,00 Euro erhältlich.

Woher wissen alle deutschen Antisemitismus/s-Experten unisono, dass dies kein antisemitisches Symbol ist?

Mit der Legalisierung der Todesstrafe für Palästinenser machen das israelische Kriegskabinett und die Mehrheit des Parlaments einen beachtenswerten Schritt über das Dritte Reich hinaus. Damals musste man die (parlamentarische) Opposition verbieten, um die faschistische Ideologie umzusetzen.

Der Galgen-Nadel folgt die Galgen-Torte
„Da bleibt einem die Luft weg! Der israelische Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, feierte am vergangenen Samstag seinen 50. Geburtstag mit einer Torte, die mit einer goldenen Galgenschlinge verziert war.

Wie die „Jerusalem Post“ schreibt, wurde ihm die süße Henkersspeise von seiner Frau überreicht. Rund um die goldene Schlinge war auf Hebräisch zu lesen: ‚Herzlichen Glückwunsch, Minister Ben Gvir. Manchmal gehen Träume in Erfüllung‘.“ (austria.news-pravda.com vom 4.5.2026)

Wolf Wetzel

English Version:

At the gallows

On April 1, 2026, the Israeli parliament, the Knesset, passed a bill introducing the death penalty for Palestinians. The resolution passed by a vote of 62 to 48. The law mandates the death penalty for Palestinians convicted by military courts in the occupied West Bank of a deadly “terrorist” attack. The sentence is to be carried out within 90 days by hanging; pardons are not permitted.

No fascist state could do it better:

In an occupied territory (such as the West Bank), pretending to administer “justice” there.

In an occupied territory (such as the West Bank), pretending that the military has anything to do with justice embodies a fascist understanding of the law.

Carrying out the death penalty in an occupied territory (such as the West Bank) is a war crime, because in the West Bank, Israel has everything except legal sovereignty.

In an occupied territory, labeling as terrorists those who have the internationally recognized right to defend themselves against the occupation—even by force of arms.

Imposing the death penalty in an occupied territory that explicitly excludes Jewish settlers or Israeli soldiers so that they can continue to plunder, expropriate, torture, and murder.

This has nothing to do with justice, but with a system of apartheid that no longer even hides itself, but instead exuberantly celebrates this “democratic” decision with champagne.

Not even the Nazis were this exuberant and proud, handing out gas chamber pins or proudly wearing them on their lapels. Things are very different in Israel:

The Golden Gallows pin is being promoted directly by the fascist Minister of Police, Ben-Gvir, and is already being sold online on various platforms. The pin is available for between 5.00 and 20.00 euros.

By legalizing the death penalty for Palestinians, the Israeli war cabinet and the majority of parliament are taking a major step beyond the Third Reich. Back then, the (parliamentary) opposition had to be banned in order to implement fascist ideology.

The gallows pin is followed by the gallows cake

“It takes your breath away! Israeli Minister of National Security Itamar Ben-Gvir celebrated his 50th birthday last Saturday with a cake decorated with a golden noose. As the “Jerusalem Post” reports, the sweet executioner’s treat was presented to him by his wife. Around the golden noose, the words “Happy Birthday, Minister Ben Gvir. Sometimes dreams come true” were written in Hebrew.” (austria.news-pravda.com, May 4, 2026)

Quellen und Anmerkungen:

Goldener Strick: Ben-Gvirs neue Anstecknadel zur Förderung der Todesstrafe für Terroristen, fokus-jerusalem.tv vom 9.12.2025: https://www.fokus-jerusalem.tv/2025/12/09/goldener-strick-ben-gvirs-neue-anstecknadel-zur-foerderung-der-todesstrafe-fuer-terroristen/

Kurzvideo von Geburtstagsfeier des Galgen-Ehepaares Ben-Gvirs:
https://t.me/MediaGuerillaBerlin/21477