Happy Birthday, Dear Mumia!

Gestern, am 24. April 2026 war der 72. Geburtstag des afroamerikanischen Journalisten und Black Panther Mumia Abu-Jamal. Er ist seit 1981 (!) politischer Gefangener im US Bundesstaat Pennsylvania. Auch nach über 44 Jahren Haft fordern noch immer viele seine Freiheit.

Der Staat übt bis heute Rache an einem revolutionären Reporter, der sich nie gescheut hat, über Unterdrückung auf allen Ebenen zu berichten, sie zu analysieren und Wege der davon Betroffenen dagegen sichtbar zu machen. Seine Themen umfassen staatliche Korruption, Rassismus, Klassenkampf, Kritik an der Gefängnisindustrie in den USA, Internationale Beziehungen und die damals wie heute tödliche Polizeigewalt in den USA. Als Journalist berichtete er darüber mehrere Jahre in zahlreichen Radiostationen in Philadelphia, dem Delaware County und us-weit auf NPR. Seit seiner Haft ist er Korrespondent von Prison Radio und berichtet aus dem Inneren der Masseninhaftierung der USA.

Ursprünglich zu Tod für einen untergeschobenen Polizistenmord vor einer gesiebten Jury in einem manipulierten politischen Schauprozeß verurteilt (1), gelang es einer weltweiten Maßenmobilisierung 1995 und 1999, Mumias Hinrichtung zu verhindern. Seitdem sind zahlreiche Versuche unternommen worden, „The Voice of of the Voiceless“ (so Mumias Bezeichnung in den Schwarzen Gemeinden) juristisch zu befreien. Es gibt zahlreiche Rechts- und Verfassungsbrüche seitens der Staatsanwaltschaften auf lokaler, bundesstaatlicher und föderaler Ebene, um eine Wiederholung seines Verfahrens zu blockieren. Zuletzt war das 2023 mit der absurden Begründung zu sehen, 2018 gefundene Beweise, die illegales Vorgehen des ursprünglichen Staatsanwaltes belegen, hätten von Mumia 1996 bei seiner ersten Berufung eingebracht werden müssen. Zeitreisende sehen darin vermutlich kein Problem. Für alle anderen zeigt sich, dass politische Repression nicht in bürgerlichen Gerichtssälen verhindert wird, sondern nur durch breite Solidarität.

Bereits am vergangenen Wochenende startete die länderübergreifende #MumiaWeek. Zuerst gab es eine Kundgebung in Frankfurt a.M. vor dem dortigen US Generalkonsulat. Vergangenen Mittwoch fand dann eine weitere Kundgebung vor der US Botschaft in Paris statt. Gestern startete ein 80 Meilen langer Marsch in Französisch Guyana durch den Dschungel bis in die Hauptstadt in Unterstützung für Mumia. Heute setzt sich das ganze mit Demos und Veranstaltungen in London und Philadelphia fort. Auch in Berlin nahmen sich gestern einige ein Herz und zeigten ihre Solidarität mit Mumia Abu-Jamal nahe der polizeilich stark behüteten US Botschaft.

Mumia ist durch 44 Jahre Haft gesundheitlich stark gezeichnet und muß sofort aus dem Knast raus!

FREE MUMIA – Free Them ALL!


(1) USA: A life in the balance – the case of Mumia Abu-Jamal

By Amnesty International, 17 February 2000, Index number: AMR 51/001/2000

Choose a language to view report https://www.amnesty.org/en/documents/amr51/001/2000/en/

https://de.indymedia.org/node/731273