Initiative zur Solidarität mit Nikos Maziotis und Pola Roupa

Die Genossin Pola Roupa und der Genosse Nikos Maziotis wurden wegen ihrer Beteiligung an der anarchistischen Stadtguerilla-Organisation „Revolutionärer Kampf“ (Epanastatikós Agónas, aktiv zwischen 2003 und 2017) gemäß Artikel 187A des griechischen Strafgesetzbuchs (Griechenlands Anti-Terror-Gesetzgebung) zu 20 Jahren Haft verurteilt. Beide übernahmen unmittelbar nach ihrer Festnahme im April 2010 die politische Verantwortung für die Organisation.

Heute, 16 Jahre nach dem ersten harten Durchgreifen gegen den „Revolutionären Kampf“, befindet sich Genosse Nikos weiterhin in den Gefängnissen der „Demokratie“. Obwohl er bereits vier Fünftel seiner Strafe verbüßt hat (Stand: November 2024), wird er weiterhin einem Sonderregime unterworfen: Er ist der erste politische Gefangene (ohne lebenslange Haftstrafe), der weiterhin inhaftiert bleibt, obwohl er bereits vor drei Jahren alle gesetzlichen Voraussetzungen für eine Bewährung erfüllt hat. Das ist keineswegs ein Zufall. Er wird dieser Sonderbehandlung aufgrund seiner unerschütterlichen und würdevollen Haltung ausgesetzt: Er schwört seine Überzeugungen nicht ab, gibt keine Reuebekundungen oder Widerrufe ab, diskreditiert weder seine Taten noch die Geschichte von „Revolutionärer Kampf“ und macht keine Zugeständnisse – und bekräftigt damit gegenüber allen: Revolutionäre lassen sich weder „umerziehen“ noch „moralisch reformieren“.

Darüber hinaus übt der Staat Rache an der Genossin Pola, indem er ihr eine Geldstrafe auferlegt, die faktisch auf Lebenszeit gilt – eine Maßnahme, die aus politischen Gründen ergriffen wurde und von eindeutig politischen Motiven getrieben ist. Die gegenüber dem Staat bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten – bestehend aus Geldstrafen und Gerichtskosten – haben eine exorbitante Höhe von insgesamt 45.000 Euro erreicht. Gleichzeitig ist es ihr untersagt, auf ihr eigenes Eigentum zuzugreifen oder dieses zu nutzen. All dies führt zu einer Situation, in der sie lebenslang als Geisel gehalten wird – eine Kolonisierung ihrer Existenz durch Schulden, eine organisierte Strategie der wirtschaftlichen Strangulierung, die letztendlich auf eine Inhaftierung abzielt.

Wir starten diese Initiative, um unseren anarchistischen Genossen Nikos Maziotis, der weiterhin im Strafvollzugssystem des griechischen demokratischen Staates inhaftiert ist, politisch und materiell zu unterstützen. Wir solidarisieren uns zudem mit unserer Genossin Pola Roupa, die bis 2030 restriktiven Maßnahmen unterliegt und darüber hinaus die ihr auferlegten erdrückenden Schulden tragen muss.

Finanzielle Beiträge oder Solidaritätsbekundungen könnt ihr über Borrokan oder direkt über die in Athen ansässige Versammlung zur Unterstützung von Nikos und Pola leisten:
synallil-roupamaziotisotis@spivnet.net

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