Mega-Stromtrasse Suedlink: Teil der deutschen Kriegsvorbereitung

Das deutsche Prestige-Projekt “Suedlink” ist gestartet. Ab 2028 soll günstig produzierter Windstrom aus Norddeutschland in die Industriezentren im Süden des Landes geleitet werden. Die Trasse gilt als Errungenschaft in der Energiewende, stärkt aber vor allem die Stellung Deutschlands in Europa.
Gestern erfolgte in Wewelsfleth in Schleswig-Holstein der symbolträchtige erste Spatenstich für den Baustart der überregionalen Hochspannungsleitung Suedlink. Mit der Trasse soll im Norden durch Windkraft gewonnener Strom nach Süddeutschland transportiert werden können.

Wirtschaftsminister Robert Habeck sagte dazu: „Mit dem SuedLink wird der Süden Deutschlands zukünftig von den großen Windstrommengen aus dem Norden profitieren können. Damit stärken wir die Versorgungssicherheit in Deutschland und auch die unserer Nachbarländer.“

Überregionale Stromleitungen wie Suedlink, UltraLink oder Nordostlink werden in Zukunft dafür sorgen, dass bei Stromknappheit im Süden und Osten Deutschlands nicht länger ausländischer Strom ins deutsche Netz eingespeist werden muss, sondern auf Strom aus der eigenen Produktion im Norden zurückgegriffen werden kann.

Alles für das Klima?!
Mit dem Baubeginn der SuedLink geht die BRD einen weiteren Schritt hin zum Ziel, die Abhängigkeit von Energieimporten drastisch zu reduzieren. Der Überfall Russlands auf die Ukraine wird in diesem Zusammenhang von Politiker:innen wie Habeck immer wieder als Grund für milliardenschwere Investitionen wie jetzt in den Bau dieser Stromtrasse genannt. Tatsächlich ist die Leitung jedoch seit 2012 in Planung.

Das Lossagen von ausländischer, insbesondere russischer Energie steht dementsprechend nicht erst seit 2022 auf der deutschen politischen Agenda. Vielmehr zeigt sich, wie der deutsche Staat mit verschiedenen Großprojekten bereits seit einigen Jahren seine Stellung in Europa strategisch ausgebaut und sich auf die immer weiter zunehmenden zwischen-imperialistischen Spannungen vorbereitet hat.

Tatsächlich sind die Kosten für Suedlink – derzeit beziffert auf 10 Milliarden Euro – nur ein Bruchteil der in den nächsten Jahren fälligen Investitionen ins deutsche Stromnetz. Der niederländische Konzern “TenneT”, der in Deutschland ein Höchstspannungs-Stromnetz zwischen Schleswig-Holstein und Bayern mit einer Gesamtlänge von über 13.000 km betreibt, hatte zwar den Bau von Suedlink maßgeblich mit auf den Weg gebracht.

Mittlerweile scheut sich der Konzern aber angesichts der weiteren notwendigen Investitionen von ca. 70 Milliarden Euro, seinen Teil des Stromnetz in Deutschland weiter zu behalten. Eine Übernahme durch den deutschen Staat ist angestrebt und laut Olaf Scholz auch schon vorangeschritten. Die Milliarden für die Erneuerung des Stromnetzes als Teil der Kriegsvorbereitungen werden dann – wie immer – die Arbeiter:innen zahlen müssen.

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