Der Stadtrat Athens hat die Aussetzung des umstrittenen Erneuerungsprojekts gefordert und einen Dialog mit der Prosfygika-Gemeinde beschlossen. Nach diesem ersten Erfolg des Widerstands beendeten Aristotelis Chantzis und Suzon Doppagne den Hungerstreik.
Erfolg für Gemeinschaft
ANF ATHEN Donnerstag, 25 Juni 2026, 00:02
Der seit Anfang Januar andauernde Hungerstreik zum Schutz der selbstverwalteten Prosfygika-Gemeinschaft in Athen ist nach einem ersten Erfolg des Widerstands beendet worden. Der Athener Stadtrat verabschiedete einen Beschluss, der die historische Gemeinschaft als Gesprächspartner anerkennt, die Aussetzung des geplanten Stadterneuerungsprojekts fordert und einen Dialog zwischen den beteiligten Seiten vorsieht. Daraufhin erklärte die Prosfygika-Gemeinschaft das Ende des Hungerstreiks, der am 5. Januar begonnen hatte und sich gegen die Räumungspläne sowie das geplante Stadterneuerungsprojekt richtete. Die Aktivist:innen werteten die Entscheidung als wichtigen politischen und gesellschaftlichen Erfolg ihres monatelangen Widerstands.
Gemeinschaft setzt politischen Kampf fort
Die Entscheidung wurde am Abend auf einer Kundgebung auf dem Athener Syntagma-Platz bekannt gegeben. In ihrer Erklärung machte die Gemeinschaft zugleich deutlich, dass der Widerstand damit nicht beendet sei. Solange das Stadterneuerungsprojekt nicht endgültig aufgegeben werde, solle der politische und gesellschaftliche Kampf für den Erhalt von Prosfygika fortgesetzt werden. Die Bewohner:innen wehren sich seit langem gegen Pläne, das historische Viertel zu räumen und einer großangelegten Umgestaltung zu unterziehen. In Prosfygika leben heute rund 400 Menschen. Die Gemeinschaft versteht sich als selbstverwalteter Lebensraum und beherbergt neben Bewohner:innen aus Griechenland auch Geflüchtete aus Kurdistan und der Türkei sowie zahlreiche politische und soziale Initiativen.
Sorge um den Gesundheitszustand der Hungerstreikenden
Der Hungerstreikende Aristotelis Chantzis war wenige Tage zuvor nach einer dramatischen Verschlechterung seines Gesundheitszustands in das Athener George-Gennimatas-Krankenhaus eingeliefert worden. Die behandelnden Ärzt:innen hatten zuletzt vor lebensbedrohlichen Komplikationen, schweren neurologischen Schäden und einem fortschreitenden Organversagen gewarnt. Auch die zweite Hungerstreikende, Suzon Doppagne, die sich seit 55 Tagen an der Protestaktion beteiligt hatte, soll nun medizinisch versorgt werden. Nach Angaben der behandelnden Ärzt:innen hatten insbesondere schwere Stoffwechselkomplikationen ihren Gesundheitszustand erheblich verschlechtert.








