Seit der Aufhebung des Beihilfesystems für Gefangene, Märtyrer und Verwundete im Februar 2025 hat die Palästinensische Autonomiebehörde die meisten der betreffenden Zahlungen eingestellt oder stark gekürzt. Nach Schätzungen verschiedener Quellen erhielten zuvor etwa 7.500 Gefangene und ehemalige Häftlinge diese Zuwendungen. Die Gehälter und die sogenannte „Kantinenzulage“ beliefen sich auf mehr als 58 Millionen Schekel (etwa 19 Millionen Dollar) pro Monat. Unter Einbeziehung von Anwaltskosten und anderen Ausgaben beliefen sich die jährlichen Kosten des Systems auf fast 900 Millionen Schekel (etwa 300 Millionen Dollar). Seit der Abschaffung des Systems sollen somit mehr als 1,5 Milliarden Schekel (etwa 500 Millionen Dollar) nicht ausgezahlt worden sein.
Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren der Druck seitens der USA und Europas, die seit Oktober 2023 gestiegene Zahl von Gefangenen, Verletzten und Opfern, vor allem aber das Bestreben Israels und seiner Verbündeten, Druck auf den palästinensischen Widerstand auszuüben und ganz allgemein die institutionelle Unterstützung für diese Familien in Frage zu stellen. Die Palästinensische Autonomiebehörde sieht sich jedoch weiterhin mit gravierenden finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert, insbesondere aufgrund der israelischen Einbehaltung palästinensischer Steuereinnahmen. Sie veröffentlicht keine detaillierten Daten, anhand derer sich die genaue Höhe der erzielten Einsparungen oder die Verwendung der nicht mehr ausgezahlten Mittel ermitteln ließe, was die Fragen nach deren Verbleib weiter schürt. Diese Aussetzung hat zudem einen Teil der Belastungen auf die Familien der Gefangenen verlagert, die nun einen größeren Teil der Ausgaben für Rechtskosten und den Lebensunterhalt selbst tragen müssen.
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