Solidarität mit Daniela Info Nr. 55 / 22.6.2026

Hallo,

weiterhin ist Daniela in der JVA Vechta. Sobald es was Neues geben sollte, werden wir Euch sofort informieren.

Mit diesem Info möchten wir euch auf ein neues Buch aufmerksam machen, welches jetzt in diesen Tagen erschienen ist. Zwei weitere Bücher stellen wir ebenfalls vor: zum einen das Buch mit Texten von Ulrike Meinhof zum 50. Todestag, erschienen Anfang Mai 2026 und zum anderen ein Buch von Jann Marc Rouillan in deutscher Übersetzung von 2025.

Gruppe: Solidarität mit Daniela

solidarisch-mit-daniela@t-online.de / www.solidarisch-mit-Daniela.de

Politisierung
Widerstand
Stadtguerilla
in den 1970-80er Jahren in der Metropole
Die subjektive Seite – aus der Perspektive von Aktivistinnen
Mit zahlreichen Fotos. 285 Seiten | € 14,00 ISBN 978-2-931138-05-2 edition cimarron
“Wir haben etwas losgetreten, was die politische Situation radikal verändert hat.”
Vierzehn Aktivistinnen berichten von ihren Erfahrungen in den linken revolutionären Kämpfen der BRD über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten, ihren Politisierungen in den sozialen Auseinandersetzungen, dem antiimperialistischen Widerstand, der Stadtguerilla. Sie reden von ihren Lernprozessen, der Verantwortung, den Nieder-lagen, auch der Freude und der Leichtigkeit dieser Zeit, trotz großer Repression und vieler Jahre Knast. Es handelt sich um Kämpfe und Prozesse, die einen Antagonismus zum kapitalistischen System entwickelten. Wie kannst du dich hier in den kapitalistischen Zentren organisieren? Was heißt Befreiung? Mit diesen Fragen und vielem mehr haben sich die Frauen auseinandergesetzt und sind aktiv geworden im Kontext eines praktischen Internationalismus. Die Texte sind Fragmente, die in Beziehung zu einander stehen, wie bei einem Puzzle, das erst als Ganzes ein Bild ergibt.

„Knarre, Bewusstsein und Kollektiv“
Briefe aus der Diskussion im Knast
Von Ulrike Meinhof

162 Seiten / 12,00 €

ISBN 978-2-931138-06-9
edition cimarron

Dokumente aus dem kollektiven Prozess, um den Ulrike Meinhof und ihre Genossinnen und Genossen aus der RAF über die Jahre im Knast gekämpft haben. Es sind Briefe aus der Diskussion der Gefangenen, Erkenntnisse aus der Zeit der Illegalität, Entwürfe zur Vorbereitung der Prozesse und öffentliche Erklärungen, die genau diesen Prozess vermitteln. Wie ein roter Faden zieht sich durch Ulrikes Texte das Kollektiv, das ihr am Herzen lag und für das sie so unermüdlich gekämpft hat. Entstanden zwischen 1973 und 1976, reflektieren die Texte auch eine Zeit, in der der Kampf der politischen Gefangenen in der Bundesrepublik angefangen hatte, sich zu konkretisieren, und zeigen ihre Anstrengungen zusammenzukommen und ihre kollektive Handlungsfähigkeit im Knast zu bewahren.

Zusammengestellt von ehemaligen Gefangenen aus der RAF. Mit einem Vorwort, Anmerkungen und einer Chronologie.

Erinnerungen: AD, RAF, Knast, Joëlle
Von Jann Marc Rouillan
Joëlle Aubron, ehemaliges Mitglied der Stadtguerillagruppe Action Directe, wird nach 17 Jahren Knast am 16. Juni 2004 ‚vorläufig‘ freigelassen. Bei ihr war ein Gehirntumor festgestellt worden, der nicht weiter operiert werden kann. Zwei Jahre später, am 1. März 2006, stirbt sie.
In dieser Zeit zieht Jann Marc Rouillan in eine neue Zelle. Er hat auch schon zwei Jahrzehnte Knast hinter sich. So oft wie möglich geht er in eine der Telefonkabinen für Gefangene, um Joëlle anzurufen. An eine Wandtafel klebt er ein Foto aus alten Zeiten, dann noch eins, und eine Erinnerung nach der anderen vermischt sich mit den Tücken des Knastalltags. Momente des Kampfs und der Freude, die Genossinnen und Genossen, der antifranquistische Widerstand, Aktionen der autonomen Bewegung der 1970er Jahre, Action Directe, Begegnungen in der Illegalität, die Kämpfe der 1980er Jahre, einiges zusammen mit der RAF, dann die endlosen Tage in den verschiedenen Knästen – und immer wieder Joëlle, bis sie stirbt…
Jann Marc wurde am 18. Mai 2012 auf Bewährung entlassen. Eine der Auflagen, an die er sich bis 2018 zu halten hatte, war, dass er über die Aktionen von AD schweigt. Deshalb konnte dieses Buch in Frankreich erst im Jahr 2020 unzensiert veröffentlicht werden, nachdem 2010 schon eine Version mit geschwärzten Stellen erschienen war. Die Erzählung knüpft an die Erlebnisse an, die in Jann Marcs ‚Aus der Erinnerung‘ beschrieben sind.
Eine Neuauflage von „Aus der Erinnerung“ gibt es jetzt auch in einer illustrierten und komplett überarbeiteten Fassung.
Jann Marc Rouillan, Jahrgang 1952, Gründungsmitglied von Action Directe nach Jahren im antifranquistischen Untergrund, die er in der Trilogie Aus der Erinnerung beschrieben hat. Bis 2012 insgesamt dreißig Jahre Knast, wo der Kampf weitergeht und er angefangen hat, seine Erinnerungen aufzuschreiben.
Übersetzt aus dem Französischen von Christiane Barabaß.
Enthält ein Interview mit Joëlle Aubron, Fotos und eine ausführliche Chronologie zur Geschichte von Action Directe.

216 Seiten | € 12,00

ISBN 978-2-931138-04-5
edition cimarron