Thomas Meyer-Falk: Solidarität mit dem Hungerstreik von Werner Braeuner!

Solidarität für und mit Werner Braeuner!
Seit dem 8.Mai befindet sich Werner nun im Hungerstreik; Anlass war das Knastessen, das er als unerträglich findet. Erforderte die Möglichkeit der Selbstverpflegung, das wurde abgelehnt.
Von vielen erfährt Werner Unterstützung, so gab es von Magdeburg aus eine Delegation die vor die Knastmauern zog und ein Feuerwerk veranstaltete, Parolen rief. Peter W. seit 1995 in Isolationstrakt und im S-Trakt sitzend hörte den Lärm und schrieb „das hat gescheppert als ob die Russen kommen, so was hat der Sehnder Knast noch nie erlebt“.

 

Aber es gibt auch Stimmen, die Werner in persönlichen Briefen oder öffentlich auffordern seinen HS zu beenden, die Argumente reichen von: das alles bringe eh nichts, bis hin zu, dass der Anlass zu geringfügig sei.

Auch entzündet sich mancher Wortwahl Werners (wenn er z.B. von manchen Gefangenen als „gestört oder „degeneriert“ spricht) Kritik.

Ich bin der Auffassung, in einer solch existenziellen Lebenslage, wie einem unbefristeten HS sollte Werner Solidarität und Unterstützung erfahren. Es war seine ureigene Entscheidung den HS zu beginnen und er entscheidet ob er ihn beendet, oder nicht. Jedenfalls überzeugen die Argumente derer, die ihn auffordern sofort aufzuhören nicht. Sein HS hat, wie keine Aktion der letzten Jahre sonst, einen Kristallisationspunkt geschaffen und das Thema Knast in den Blickpunkt gerückt. Der Anlass für den HS, das Knastessen, kann und muss auch als Metapher für den Gesamtvollzug verstanden werden.

Nahrung gehört zur menschlichen Existenz, essen zählt zu den Grundbedürfnisses und Essen in inakzeptabler Form vorzusetzen stellt somit einen unmittelbaren Angriff auf das Menschsein dar.

Zugleich stellt vorliegend die Nahrung auch eine Metapher für den sonstigen Umgang mit den Inhaftierten dar, dieser ist genauso inakzeptabel: Gefängnis an sich ist ein Angriff auf das Menschsein!

Und wen Werners Wortwahl stört, der streite mit ihm, aber sich deshalb mit Solidarität zurück zu halten wird weder Werner , noch seinem HS, noch der Bedeutung des Themas Knast gerecht.

Solidarität mit und für Werner!

Thomas Meyer-Falk
z.Zt. JVA Bruchsal
09.060.2011Solidarität für und mit Werner Braeuner!

Solidarität für und mit Werner Braeuner! Seit dem 8.Mai befindet sich Werner nun im Hungerstreik; Anlass war das Knastessen, das er als unerträglich findet. Erforderte die Möglichkeit der Selbstverpflegung, das wurde abgelehnt.

Von vielen erfährt Werner Unterstützung, so gab es von Magdeburg aus eine Delegation die vor die Knastmauern zog und ein Feuerwerk veranstaltete, Parolen rief. Peter W. seit 1995 in Isolationstrakt und im S-Trakt sitzend hörte den Lärm und schrieb „das hat gescheppert als ob die Russen kommen, so was hat der Sehnder Knast noch nie erlebt“.

Aber es gibt auch Stimmen, die Werner in persönlichen Briefen oder öffentlich auffordern seinen HS zu beenden, die Argumente reichen von: das alles bringe eh nichts, bis hin zu, dass der Anlass zu geringfügig sei.

Auch entzündet sich mancher Wortwahl Werners (wenn er z.B. von manchen Gefangenen als „gestört oder „degeneriert“ spricht) Kritik.

Ich bin der Auffassung, in einer solch existenziellen Lebenslage, wie einem unbefristeten HS sollte Werner Solidarität und Unterstützung erfahren. Es war seine ureigene Entscheidung den HS zu beginnen und er entscheidet ob er ihn beendet, oder nicht. Jedenfalls überzeugen die Argumente derer, die ihn auffordern sofort aufzuhören nicht. Sein HS hat, wie keine Aktion der letzten Jahre sonst, einen Kristallisationspunkt geschaffen und das Thema Knast in den Blickpunkt gerückt. Der Anlass für den HS, das Knastessen, kann und muss auch als Metapher für den Gesamtvollzug verstanden werden.

Nahrung gehört zur menschlichen Existenz, essen zählt zu den Grundbedürfnisses und Essen in inakzeptabler Form vorzusetzen stellt somit einen unmittelbaren Angriff auf das Menschsein dar.

Zugleich stellt vorliegend die Nahrung auch eine Metapher für den sonstigen Umgang mit den Inhaftierten dar, dieser ist genauso inakzeptabel: Gefängnis an sich ist ein Angriff auf das Menschsein!

Und wen Werners Wortwahl stört, der streite mit ihm, aber sich deshalb mit Solidarität zurück zu halten wird weder Werner , noch seinem HS, noch der Bedeutung des Themas Knast gerecht.

Solidarität mit und für Werner!

n

Thomas Meyer-Falk
z.Zt. JVA Bruchsal
09.06.2011

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