Am Sonntag, dem 6. September, fand in Tunis auf Aufruf der Kampagne „Gegen die Unterdrückung und Kriminalisierung zivilgesellschaftlichen Engagements“ ein Marsch statt, um die Freilassung der vier inhaftierten Aktivistinnen der Sumud-Flottille Maghreb zu fordern. An der Demonstration, die am Sitz der Nationalen Gewerkschaft tunesischer Journalistinnen startete, nahmen Hunderte von Menschen teil.
Die Teilnehmer skandierten unter anderem Parolen, in denen sie die Kriminalisierung der Normalisierung der Beziehungen zu Israel und die Freilassung der Inhaftierten der Flottille forderten. Die Demonstranten prangerten die seit sechs Monaten andauernde Inhaftierung der vier Aktivisten Ghassen Henchirri, Ghassan Boughdiri, Nabil Channoufi und Wael Nouar an, der seit mehr als 20 Tagen im Hungerstreik ist.
Der Fall geht auf den 6. März 2026 zurück, als mehrere Mitglieder der Flottille, darunter Wael Nouar, seine Ehefrau Jawaher Channa, Sana Msahli, Nabil Chennoufi, Ghassan Henchiri, Ghassan Boughdiri und Mohamed Amine Ben Nour im Rahmen einer Ermittlung festgenommen wurden, die sich insbesondere auf den Verdacht der Geldwäsche, des Betrugs und der Veruntreuung von Spendengeldern bezog. Tatsächlich werfen die Behörden ihnen ihr entschlossenes antiimperialistisches und antizionistisches Engagement vor.
Jawaher Channa wurde am 23. April freigelassen, unterliegt jedoch weiterhin einem Ausreiseverbot, einer Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit und einem Verbot, sich an bestimmten öffentlichen Orten aufzuhalten. Auch Sana Msahli wurde im Rahmen dieses Verfahrens freigelassen, unterliegt jedoch weiterhin gerichtlichen Auflagen. Die Demonstranten prangern diese Maßnahmen als eine weitere Form der Inhaftierung an und fordern die Aufhebung aller gegen die Aktivisten der Flottille gerichteten Beschränkungen.
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