Anquatschversuch des Verfassungsschutzes in Salzwedel

Anquatschversuch des Verfassungsschutzes in Salzwedel

Am Mittwoch Vormittag, den 04.02.2015, kam es in Salzwedel zu einem  Anquatschversuch durch den Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt.

Um 11 Uhr klingelte es bei einem Genossen in dessen Wohnung. Vor der Tür standen zwei Männer mittleren Alters, die sich als Mitarbeiter des Innenministeriums Sachsen-Anhalt ausgaben. Aus anfänglicher Verunsicherung ließ der Genosse die beiden Geheimdienstmitarbeiter auf ihr Drängen in seine Wohnung. In der Wohnung offenbarten sie dann ihr wahres Anliegen. Nämlich das Einholen von
Informationen über linke Strukturen in Salzwedel.  Für die Weitergabe von Informationen (Namen, Adressen, Gruppentreffen, Aktionen etc.) wurde dem Genossen bis zu 400,00€ als „Belohnung“ für Spitzeltätigkeiten in Aussicht gestellt.

 

Der Genosse lehnte das Angebot entschieden ab und verwies die Männer der Wohnung.
Karin Schmidt von der Roten Hilfe Salzwedel in einer ersten Reaktion:
„Was die konkrete Intention des Verfassungsschutzes war, mit dem Genossen in Kontakt zu treten ist reine Spekulation. Solche „Gespräche“ bzw. Anquatschversuche dienten aber neben dem Versuch tatsächlich Einblicke und Informationen in und über linke Strukturen zu bekommen, nicht zuletzt auch der Einschüchterung, nicht nur der betroffenen Person, sondern ebenso des entsprechenden Umfeldes.“

Der „einzig richtige Umgang“ mit solchen Ereignissen sei deshalb – wie Schmidt von der Roten Hilfegruppe Salzwedel weiterhin betont : „ jegliche Kooperation mit den Geheimdiensten konsequent zu verweigern“.
„Am besten die Schlapphüte gar nicht erst in die Wohnung lassen!“ – so Schmidt weiter.
Des weiteren rät die Ortsgruppe der Rote Hilfe e.V. / OG Salzwedel Anquatschversuche seitens der Geheimdienste unbedingt öffentlich zu machen um sie dadurch ins Leere laufen zu lassen.
Falls also noch weitere Menschen in den letzten Tagen ähnliche Anquatschversuche erlebt haben – oder in Zukunft davon betroffen sind – raten wir allen Betroffenen „Begegnungen“ dieser Art öffentlich zu machen und Kontakt zu einer Antirepressionsgruppe (z.B. der Ortsgruppe der Roten Hilfe e.V. und/oder dem EA (Ermittlungsausschuss) aufzunehmen. Solltet also auch ihr in Zukunft davon betroffen sein und vom Verfassungsschutz (VS) oder ähnlichen Behörden angequatscht werdet, so gilt:

*Anna und Arthur halten’s Maul!
*Lass dich/ Lasst Euch auf kein Gespräch mit dem Geheimdienst ein!
*Gib keinerlei Auskünfte! Mach Anwesende oder NachbarInnen auf sie aufmerksam!
*Schick sie weg, lass sie stehen, schmeiß sie Raus, lach sie aus! *Fertige sofort ein Gedächtnisprotokoll und eine Personenbeschreibung an.
*Wenn es bei euch oder in eurem Umfeld ebenfalls Anquatschversuche gibt/gab, macht das konsequent öffentlich!

Gemeinsam sind wir stark – Solidarität ist eine Waffe!
Rote Hilfe e.V. / Ortsgruppe Salzwedel

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