Hungerstreikerklärung von Andreas Krebs vom 16.1.2014

Hungerstreikerklärung von Andreas Krebs vom 16.1.2014

Ich teile der Anstaltsleitung mit, das ich aus Protest gegen die ständig anhaltenden Schikanen und der jetzigen  Verbüßung des Arrestes auf weiteres  jegliche Nahrungsaufnahme verweigere und die Flüssigkeitszufuhr auf maximal zwei Tassen Wasser am Tag beschränke. Diese Form des Hungerstreikes wird auch über die Dauer des Arrestes hinaus geführt.
Die tägliche Einnahme meiner morgendlichen Medikamente bleibt weiter bestehen.
Jedes Gespräch mit Vertetern der Anstaltstsleitung oder stellvertreden Anstaltsleiter wird von meiner Seite verweigert.
Andreas Krebs
488/2014
Abt. Arrest

Auszug aus einem Brief von Andreas vom 16.Januar
Lieber..,
leider kann ich auf deine Zeilen nicht  zurückgreifen, da die Mitnahme in den Arrest, wo ich mich seit heute befinde, nicht erlaubt ist. Daher ist es mir nicht möglich auf manche Frage von dir zu antworten
Am Montagmittag wurde ich zurück in das normale Strafhaftgebäude verlegt.
Erst wollte ich nicht und man meinte, da habe ich wieder länger offen, bin mit mehreren Gefangenen zusammen und so weiter.
Nun, die wahren Gründe sind eher, mich  von meinem Weggefährten Rudi zu trennen.  Also steckte man mich wieder in den Normalvollzug.
Eine Weigerung war nicht möglich. Leider!
Rudi ist der, der 24 Jahre in Straubing inhaftiert war. (Er war einer der damaligen Dachbesetzer. Red)
Wie gesagt, die wollten uns nur von einander trennen. Auf der Station angekommen, fühle ich mich nicht besonders gut.
Zuviele Aktivitäten/Aktion und ich blieb nur in meinem Wohnklo.
Heute legte ich dann Rechtsmittel gegen den Beschluss ein wegen der Urinkontrolle (UK). Dazu kam ein Rechtspfleger in die Anstalt.
Anschließend kurz vor Mittag wurde mir dann mitgeteilt, dass ich in dne Arrest muß.
(Hätte vorgestern zum Arzt bzw. Sani müssen wegen Arresttauglichkeit, diese Vorführung habe ich verweigert)
Ich befinde mich im Arrest derzeit ohne ärztliche Untersuchung.
Wie du sehen kannst, bekam ich nur einen Bleistift und Papier.
Drei vorgefertigte Umschläge aus dem Haftraum  habe ich mitnehmen dürfen.
Diese Woche habe ich dann auch noch erfahren, das  die Post von mir, ob ein- oder ausgehende, über deren  Sicherheitstruppe kontolliert wird und wahrscheinlich nicht nur von denen.
Mir wurde gesagt, da ich Kontakte zur linken Szene pflege, stehe ich unter besonderen Beobachtung.
Cool, bekam gerade einen Brief von….
Na, wenigstens geben die einen im Arrest die Post, also ein kleiner Trost.
Die „junge Welt“ bekomme ich seit gestern, allerdings nicht in den Arrest.
Hofgang während des Arrestes verweigere ich. Ich lasse mich nicht herum führen wie ein besonderes Tier und dann auch noch die Form des Hofganges selbst, nein Danke!
Ein Beamter meinte heute, ich soll zu mindestest genug trinken, sosnt bekommt auch er Ärger.
Tja, diese Aussage spricht schon Bände  über die internen Machenschaften und wie sie versuchen alles auf den Kleinen abzuwälzen.
Nun mein Freund schließe ich diese Zeilen und ich möchte dich bitten mir gleich Bescheid zu geben, ob dieser Brief angekommen ist.

Grüße alle von mir
Liebe Grüße zu Dir
Andreas

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