Revolutionärer Kampf [Griechenland] zur Perspektive

Wir dokumentieren hier einen Text des Revolutionären Kampfs aus Griechenland. Seit Oktober läuft ein Prozess gegen 6 Personen, denen vorgeworfen wird Mitglieder der Stadtguerilla zu sein. 3 der Angeklagten haben sich zu dem Revolutionären Kampf bekannt.

Die Gegenüberstellungen und Auseinandersetzungen der Eliten innerhalb der EU betreffen uns, wie wir gesehen haben, einzig insofern als das sie uns helfen der aktuellen Macht den fatalen und wirksamen Schlag zu versetzen, aber wir dürfen nicht zulassen, dass sie die Beziehungen zwischen den Unterdrückten aller Länder beeinflussen. Wie mit der Herstellung eines gewissen Klimas gegen Griechenland durch die deutschen Medien, welche die Griechen beschuldigen, die Produkte der deutschen Arbeitenden zu konsumieren ohne selbst zu produzieren (das Klischee des griechischen Nichtsnutzes).

Es handelt sich da um eine von den deutschen Eliten angeführte Propaganda, die zur Maximalisierung der Ausbeutung mit allen möglichen Mitteln der griechischen sozialen Basis Druck macht, aber auch zur Aneignung der Reichtümer, die sich im Besitz eines Teils der griechischen Eliten befinden. Bzw. es geht darum dieser Tatsache entgegenzutreten, die innerhalb der EU und der Eliten in voller Entwicklung begriffen ist und bald und unweigerlich umgesetzt sein wird.

Auf der griechischen Seite wiederum haben ein Teil der Medien Deutschland als das 1111. Reich dargestellt und dazu Geschehnisse aus der Besatzung Griechenlands durch die Achsenmächte bemüht. Insofern diese Auseinandersetzungen innerhalb des Systems der Entwicklung, Verbreitung und Radikalisierung des Kampfes zum Umsturz des bestehenden Regimes und zur sozialen Befreiung nützlich sind, sowohl in Griechenland als auch in den anderen europäischen Ländern, sind sie bewusst und notwendigerweise auszunützen, aber immer darauf achtend, nicht in die Fallen der Macht und der spalterischen Zwiespältigkeiten für die Proletarier und die Aufständischen zu laufen. Insbesondere in einer nahen Zukunft, in der sich diese Auseinandersetzungen in unkontrollierte Zusammenstösse verwandeln werden, und weil sie, wie etwa die massive Zerstörung von Kapital, für das Überleben des Systems immer zwingender sein werden, müssen die Revolutionäre einen intensiven und internationalistischen Kampf fördern, müssen sie die internationale Solidarität der Widerstehenden pflegen und verstärken.

Unsererseits, als Revolutionäre, müssen wir alle Versuche der Erhaltung der inneren Gleichgewichte des Systems untergraben und die anfälligsten Teile des bestehenden Regimes treffen, müssen wir die Gegensätze und die Auseinandersetzungen innerhalb des Regimes entlarven und gleichzeitig alle spalterischen und polarisierenden Tendenzen bekämpfen, die von den Mächtigen unter den Unterdrückten der europäischen Ländern geschürt werden.

Wir werden den Fortschritt der politisch und sozial rechtsextremen Tendenzen in Europa, die dank der Krise und der historischen Bedeutung der extremen Rechten und auch wegen den totalitären Eigenschaften, die das politische System annimmt, in gewissen Ländern Europas eine immer stärkere Rolle spielen, bekämpfen und ausschalten. Vom rassistischen Verhalten gegenüber den Immigrierten (wie z.B. die Ausschaffung der Roma aus Frankreich) bis zur Verschärfung der staatlichen Repression in ganz Europa: die Politik der europäischen Regierungen aller Couleurs nimmt einen immer stärkeren und kaum verhohlenen faschistischen Charakter an. Was z.B. auch die Repression des Aufstandes der Ausgeschlossenen in England, die Verwandlung der politischen anarchistischen Identität in ein Ideal im gleichen Land, oder die Annahme von immer härteren ,Antiterrorgesetzen“ in allen Ländern aufzeigt. Oder in Griechenland, dass in naher Zukunft alle vom Regime als radikal bezeichnete Positionen oder als subversiv-revolutionär bezeichnete Massenansammlungen als Aufruf zu einer „terroristischen“ Handlung gelten werden und  verfolgt werden können. Was Elemente der neuen europäischen Integration und des in den letzten Jahren aufgekommenen neofaschistischen Staates sind.

Auf diesem Terrain der durch die Krise entstandenen politischen Abschreckung, ein Terrain, das sich in den europäischen Gesellschaften zu verbreiten versucht, ist das Aufkommen von rechtsextremen politischen Anordnungen und ihre Neubestätigung eine alles andere als merkwürdige und unerwartete Erscheinung. Es ist das System selbst in seiner Krise, das diese Tendenzen benötigt und kultiviert.

Es ist unsere Pflicht, die Entwicklung dieser Tendenzen in der Gesellschaft zurückzudrängen, was als Anfang die Einführung einer revolutionären Parole zur Krise und deren Überwindung voraussetzt, eine Parole, die jeglicher konterrevolutionären Analyse oder Kritik keinerlei Raum lassen wird. Es ist unsere Pflicht alle Formen der Reaktion zu brechen.

Unsere Einschätzung ist, dass in den wirtschaftlich schwächsten Ländern der europäischen Peripherie der grösste Teil der Destabilisierungschancen sehr bald eintreten wird. Sobald der schon lange erwartete Bankrott des griechischen Monsters verkündigt wird glauben wir, dass es in Griechenland mit höchster Wahrscheinlichkeit zu einer grossen sozialen Explosion kommen wird. Diese soziale Explosion wird, selbstverständlich nur insofern der Wille und die sofortige Bereitschaft der Revolutionäre und der Aufständischen dazu da sind, für uns die Gelegenheit für einen revolutionären Umsturzversuch gegen das Regime sein.

Seit Jahren ist unser Gesichtspunkt -wir sagen es bei jeder Gelegenheit -, dass die von uns erlebte tiefe und multidimensionale Systemkrise eine einzigartige Chance für einen Umsturzversuch und die soziale Revolution ist. Aber unter der Bedingung, wir sagten es schon, dass es zur Bildung einer revolutionären Bewegung kommt, welche die Rolle der Avantgarde in den zukünftigen sozialen Zusammenstössen übernehmen wird. Letztere gibt es schon und sie nehmen in der ganzen Welt rasant zu. Aber der revolutionären Bewegung ist es noch nicht gelungen, sich als mächtige politische und soziale Kraft zu begründen um so zum Schrecken des Regimes zu werden. Wir müssen nun, welcher Rückstand es auch gegeben hat, unser Voranschreiten beschleunigen um die fehlenden Ebenen der Bewegung zu füllen, und uns auf die kommende politische und soziale Entwicklung so gut wie möglich vorbereiten.

Darum machen wir, Revolutionärer Kampf, seit Jahren Propaganda für die Enteignung des sich in den Händen der Wirtschaftseliten befindenden sozialen Reichtums und für den Angriff auf das Grosseigentum des Staates. Wir glauben, dass, auch wenn die sozialen Reaktionen sich mit der ganzen Gewalt überstürzen, mit der sich der soziale Zorn äussern kann, die Revolution erst dann beginnen wird, wenn die Reichtümer der grossen Unternehmen, der Banken und aller Multis enteignet sein werden. Mit allen in Griechenland besonders grossen Vermögen von Staat und Kirche, und selbstverständlich auch der Produktions-und Transportmittel und des sämtlichen Grundbesitzes von Unternehmen, Grossgrundbesitzern, Staat und Kirche. Alles enteignen.

Die Propaganda dieser Perspektive, zur Legitimierung, im sozialen Bewusstsein, eines allgemeinen sozialen Angriffes auf das Eigentum -eine Praxis, wie wir oben gesagt haben, die den Übergang zum revolutionären Experiment erlauben wird -, ist unserer Meinung nach zwingend. Andererseits erinnert uns sowohl das Beispiel der Pariser Kommune wie auch das der spanischen Revolution 1936 daran, dass Befürchtungen oder Verzögerungen in der Frage der Enteignung der Reichtümer der Kapitalisten und vor allem der Banken für den Ausgang der Revolutionen fatal sind. Die Zerstreuung der wirklich möglichen Befürchtung eines Teiles der Aufständischen wegen der Gefahr der Entlegitimierung des revolutionären Experiments, das eigentlich den Angriff auf das Eigentum anführen sollte, liegt, als Revolutionäre, in deren eigenen Händen und muss die Tatsache in Betracht ziehen, dass diese Befürchtungen die Diskussion um den Erhalt der Aussicht auf einen fragwürdigen sozialen Zusammenhalt beherrschen werden. Und das Schicksal dieser Befürchtungen ist, jedenfalls, dass sie zum Katalysator des Rückschrittes und der Niederlage werden.

Im Übrigen gehört alles, was die Kapitalisten haben, uns; und das Reichtum der Reichen ist ein der Gesellschaft geraubtes Reichtum, und ihre goldigen Paläste wurden mit dem Blut der Proletarier erbaut.

Heute, wo wegen der Systemkrise die Mehrheit der Gesellschaften in einem Zustand der Euthanasie lebt, dreht sich die Diskussion um die Legitimität der Aufständischen, die alles nehmen wollen was man ihnen geraubt hat, alles, was ihnen gehört. Wir müssen dafür sorgen, dass diese Diskussion den Aspekt nicht nur eines selbstverständlichen sozialen Rechtes annimmt, sondern auch eines zwingenden Vertrages für das Überleben der Gesellschaft und des Beginnes eines neuen Lebens fern von Staat und Kapitalismus, und fern von den für die Gesellschaft selbst katastrophalen Systemkrisen.

Die nächste Frage ist für uns die Absicherung der revolutionären Kämpfe und Operationen durch eine Politik, die das Aufkommen von neuen Aspekten der Politik und Wirtschaft und von neuen herrschenden Strukturen aufs Korn nimmt, welche die soziale Organisation zentralisieren möchten. Solche Modelle müssen wir ablehnen, denn ihr dominantes und unterdrückerisches Wesen ist durch die Revolutionäre nicht nur moralisch zu verurteilen, sondern sie führen auch zum Stillstand in der konkreten Überwindung der wirtschaftlichen Krisen, die dann nicht gelöst würden sondern nur eine andere Fratze bekämen.

Nur die sofortige Einführung von horizontalen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Organisationsentwürfen gewährleistet unserer Ansicht nach, dass ein revolutionäres Experiment stattfinden, lebensfähig sein und sich verbreiten können wird. Kern der aufständischen Gesellschaft werden die Kommune, die Gemeinschaft und die Bildung in allen Bereichen (Arbeit, Dorf, Stadt, Quartier) von Räten sein. Als kollektive Entscheidungsorgane und Organe zur Organisierung aller wirtschaftlichen und sozialen Aktivitäten. Das historische Erbe an revolutionären Erfahrungen bietet uns eine Vielzahl von Beispielen für ein modernes sozialrevolutionäres Experiment an.

Was für uns primär ist und wir als Priorität betrachten müssen, ist eine revolutionäre Analyse der Krise des Systems und eine revolutionäre Perspektive zur Überwindung dieser Krise, was Antworten auf die brennendsten Probleme und Fragestellungen voraussetzen wird, welche die europäischen Gesellschaften beschäftigen. In Griechenland sind die Antworten auf die Dilemmas unserer Zeit die folgenden:
 -Sofortige Aussetzung der Zahlungen für die gesamte griechische Verschuldung
 -Austritt aus der Eurozone und der EU
 -Aneignung sowohl der staatlichen als auch der privatisierten gemeinnützigen Unternehmen
 -Sofortige Abschaffung der stellvertretenden Demokratie und Einführung der direkten Demokratie. Letztere ist übrigens heute ein Projekt, das fast vom gesamten Widerstand Griechenlands geteilt wird
 -Definitiver Austritt aus der Markt-und Kapitalwirtschaft, und Adoption von horizontalen Wirtschaftsorganisationsentwürfen
 -Sozialisierung des gesamten öffentlichen oder privaten, mobilen und immobilen Grosseigentums

Wir glauben, dass sowohl in Griechenland als auch in den anderen europäischen Ländern und Oberall auf der Welt die sozialen Koalitionen, welche die Abschaffung der hyperzentralisierten Machtstrukturen und auch der politischen und wirtschaftlichen Blöcke wie die EU als Ziel haben werden, die notwendige Voraussetzung zur Erosion der innersystemischen Allianzen und zur Untergrabung der Gleichgewichte des Regimes sind. Die Folge aber ist immer von den Revolutionären gegeben, denn sie kann nur den Zerfall des Systems und die Förderung der sozialen Revolution anstossen.

Eine soziale Revolution, die mit allen Mitteln und um jeden Preis die Bildung einer wirtschaftlichen, politischen und sozialen Struktur fördern und unterstützen und alle autoritären Tendenzen von Anfang an bekämpfen wird. Eine soziale Revolution, die das Profitstreben in der Produktion definitiv hinter sich lassen und die Ausbeutungsverhältnisse unter den Menschen und die Herrschaft der Menschen über die Natur abschaffen wird. Sie wird die Wiederherstellung eines Gleichgewichts- und Harmonieverhältnisses des Menschen mit seiner natürlichen Umwelt gewährleisten, und sie wird das Überleben des Planeten und der auf ihm lebenden Menschheit geWährleisten. Eine Revolution, die endgOltig jede soziale Teilung und Teilung in Klassen, Ethnien und Rassen aufheben wird, und sie wird die wirtschaftliche Gleichheit und die politische Freiheit für die gesamte Menschheit garantieren.

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