Ricardo Palmera – Politischer Gefangener der FARC-EP in Colorado, USA

Professor Ricardo Palmera, auch bekannt unter seinem Nom de Guerre „Simon Trinidad“, sitzt zurzeit im ADX „Supermax“-Gefängnis in Colorado, in den USA ein. Er ist Kader der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens – Volksarmee (FARC-EP), die neben der kleineren Nationalen Befreiungsarmee (ELN), eine der beiden bewaffneten, linken Gruppen in Kolumbien ist. Sie gilt zudem als älteste, aktive Guerillaorganisation in Lateinamerika.

Zuletzt im Range eines Kommandeurs als Sprecher der FARC-EP aktiv, wurde Palmera 2004 auf dem Weg zu einem Treffen mit einem UN-Unterhändler in Quito, Ecuador, von US-Agenten überwältigt und nach einem Zwischenstopp in Kolumbien anschließend in die USA verschleppt. Im Anschluss führte dies zu vier Schauprozessen der US-Administration gegen ihn. Immer wieder verteidigte er dabei vor Gericht so gut es ging seine politischen Positionen und den Kampf der FARC-EP gegen Imperialismus, Ausbeutung und Unterdrückung!

Im ersten Prozess gegen ihn wegen Mitgliedschaft in der Guerilla und wegen vermeintlicher Mittäterschaft an einer Gefangenennahme von drei US-amerikanischen Söldnern durch die FARC-EP in Kolumbien konnte die Jury kein eindeutiges Urteil fällen. Darauf hin wurde der Prozess neu aufgerollt. Der zuständige Richter verurteilte ihn schließlich in dieser zweiten Verhandlung Anfang 2008 zu 60 Jahren Haft – Für den 1950 geborenen Professor kommt dieses Urteil einer faktischen Todesstrafe gleich!

Der separat abgehandelte Anklagepunkt der vermeintlichen Verwicklung der FARC-EP in den Drogenhandel führte übrigens weder im dritten, noch im vierten Prozess zu einer Verurteilung, da die Jury wieder nicht eindeutig entscheiden konnte.

Ricardo sitzt in einem Gefängnis, das vielfach als Sicherstes der Welt gilt: Dem ADX „Supermax“ Hochsicherheits-Knast in Florence im US-Bundesstaat Colorado. Für ihn gelten in diesem Knast neben den ohnehin äußerst rigiden und teilweise gegen Menschenrechte verstoßenden Bestimmungen auch noch Sonderregeln. Neben der 24-stündigen Überwachung seiner Zelle und aller Anstaltsräume und der kompletten Isolationshaft im Knast kommt bei ihm noch dazu, dass er beispielsweise überhaupt keinen Kontakt haben darf – weder per Brief, per Telefon, geschweige denn als Besuch; Kein Journalist, kein Bekannter darf mit ihm in irgend einer Weise kommunizieren Selbst zu seinen aktuell laufenden Prozessen vor kolumbianischen Sondergerichten muss er im Gefängnis in Colorado bleiben und darf nur gefesselt über eine Videoübertragung das Geschehen „verfolgen“.

Infos / USA: http://www.freericardopalmera.org/
Infos / BRD: http://freericardo.blogsport.de/

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