Solidarität mit den indonesischen Anarchist@s

Solidarität mit den indonesischen Anarchist@s

Die anarchistischen Gefangenen Eat und Billy sind inhaftierte Genossen in Indonesien, die die Verantwortung für einen Brandanschlag auf einen Geldautomat in Yogyakarta am 7. Oktober 2011 übernommen haben. Die Aktion fand in Solidarität mit Luciano Tortuga, einem schwerverletzten anarchistischen Kämpfer aus Chile, statt. Sie bezog sich mit der Aktion aber auch auf indigene und bäuerliche Kämpfe gegen Industrieunternehmen und den Staat in der Region.

Letzte Woche gab es eine Solidaritätsaktion in Manila, Philippinen an der indonesischen Botschaft für die beiden Gefangenen. Die letzten Monate gab es auch solidarische Aktionen aus Europa und Grußbotschaften von Gefangenen.

Die anarchistischen Gefangenen Eat und Billy sind inhaftierte Genossen in Indonesien, die die Verantwortung für einen Brandanschlag auf einen Geldautomat in Yogyakarta am 7. Oktober 2011 übernommen haben. Die Aktion fand in Solidarität mit Luciano Tortuga, einem schwerverletzten anarchistischen Kämpfer aus Chile, statt. Sie bezog sich mit der Aktion aber auch auf indigene und bäuerliche Kämpfe gegen Industrieunternehmen und den Staat in der Region.
Letzte Woche gab es eine Solidaritätsaktion in Manila, Philippinen an der indonesischen Botschaft für die beiden Gefangenen. Die letzten Monate gab es auch solidarische Aktionen aus Europa und Grußbotschaften von Gefangenen.

Am 24.Mai griffen mehrere Personen die indonesische Botschaft in Makati / Manila auf den Philippinen mit schwarzer Farbe an und hinterließen ein Flugblatt mit der Aufschrift: „Freiheit für Eat und Billy, Freiheit für alle Opfer der staatlichen Repression, Stop der Zerstörung der Umwelt, der indonesische Staat ist der wahre Terrorist“

Der Fall der inhaftierten Anarchisten in Indonesien steht nicht für sich. Vor knapp einem halben Jahr gab es einen massiven Repressionsschlag gegen ein Punkkonzert, der internationale Aufmerksamkeit bekam:
„Dutzende von jungen Männern und Frauen wurden unter dem Vorwurf „Punk“ zu sein und „den Frieden gestört zu haben“ in Aceh, Indonesiens religiöseste muslimische Provinz, verhaftet. Sie werden in einer heilpädagogischen Schule festgehalten, wo sie sich einer Umerziehung durch die Regierung unterziehen müssen.“ ( http://de.contrainfo.espiv.net/2011/12/29/aceh-indonesien-64-punks-verhaftet-bei-einem-konzert/, noch mehr Infos zum Vorfall:  http://de.indymedia.org/2011/12/321841.shtml)

Die repressive Welle, welche der indonesische Staat und die bürgerlichen Medien nicht nur gegen die beiden, sondern auch gegen autonome Freiräume und Individuen, initiiert haben, und die bis hinzu den kontinuierlichen mörderischen Praxen geht, die auf den verschiedenen Inseln angewendet werden, hat es bis jetzt nicht geschafft das Augenscheinliche in den Schatten zu stellen: dass der indonesische Staat und die Unternehmen, die dort Geschäfte machen, Ausbeuter und Terroristen sind.

Es gibt zahlreiche Auseinandersetzung in der Region um Landraub und Verkauf von Rohstoffen an große Unternehmen, beispielsweise die Hafenbesetzung mehrerer tausend Betroffener in Sape, Bima ( http://hidupbiasa.blogspot.de/2011/12/repression-at-sape-port-bima-eight.html) gegen eine australische Bergbaufirma bei der 8 Menschen von der Polizei erschossen wurden oder darauffolgend ein Angriff gegen das regionale Regierungsgebäude, das niedergebrannt wurde und wo in diesem Zusammenhang zahlreiche Gefangene befreit wurden ( http://hidupbiasa.blogspot.de/2012/02/bima-bupatis-office-and-election.html).

Auch die Aktion der beiden gefangenen Gefährten steht in einem breiteren Zusammenhang. Unter dem Namen „Informal Anarchist Federation“ finden auch in anderen Regionen der Welt Sabotageakte und direkte Aktionen statt, beispielsweise in Griechenland oder Italien, die sich aufeinander beziehen.

Eat und Billy schreiben hierzu in einem Brief aus dem Knast:

„Liebe GenossInnen, mit Respekt, Liebe und Zorn

Es sind 35 Tage vergangen (7. Oktober 2011) seitdem wir in die Krallen des Staates gefallen sind und wir entschuldigen uns, dass dieser Brief so spät kommt, denn unsere einzige Kommunikationsmöglichkeit kommt von unseren FreundInnen und Verlobten, die noch den Mut haben uns besuchen zu kommen. Direkte Briefe sind unmöglich.

Wir haben darauf gewartet einige Nachrichten von euch allen zu hören, und wie eine warme, starke Brise innerhalb dieses Klimas der Repression haben wir noch einmal unsere Energie und Stärke zurückgewonnen als wir den Sound der revolutionären Solidarität gehört haben, sowie ein warmes Gefühl der Kameradschaftlichkeit (Anm.d.Ü. im Sinne von „GenossInnen“) von allen KämpferInnen und Gefangenen der Freiheit überall auf der Welt – im besonderen als wir die Gelegenheit hatten eine Zeitung über einen vor kurzem stattgefundenen Aufstand in Rom, Italien, zu lesen, denn dies hat uns beiden ein warmes Gefühl vermittelt, das die GenossInnen immer noch für einen wahren, revolutionären Wechsel kämpfen…und das der Geist des aufständischen Gedankens nach wie vor in der Luft ist, wie ein Licht der Hoffnung innerhalb dieser trüben Atmosphäre von Käfigen der Repression.

Wir senden unsere Umarmungen an alle Mitglieder der FAI überall auf der Welt (diejenigen, die frei sind und diejenigen, die eingesperrt sind) und auch an die Mitglieder der CCF (Conspiracy of the Cells of Fire) in Griechenland, unsere echten und warmen revolutionären Gefühle an euch alle…

Eine traurige Anmerkung: wir sind wirklich enttäuscht, dass einige unserer lokalen GenossInnen, die von der Angst und Sensationsgier der Medien inspiriert sind, dies bei ihnen verursacht, dass sie von der Frontlinie zurücktreten, aber gut, lassen wir dies bei Seite, denn wir sind davon überzeugt, dass sie immer noch ihre Ideen innerhalb ihrer widerständigen Herzen haben… dies würde die Dunkelheit mal wieder beleuchten, innerhalb des schimmernden Lichts der Leidenschaft der Rebellion.

Warme Umarmungen und Grüße an alle KämpferInnen in Chile, Griechenland, Portugal, Italien, Spanien, Deutschland und an alle revolutionären AnarchistInnen, die nie vor der Repression zurückgeschreckt sind.

Revolutionäre Grüße und Umarmungen an euch alle.

Mitglieder der Long-Live Luciano Tortuga Cell – Indonesian FAI“

Ob diese Form der Auseinandersetzung, „Krieg gegen die Gesellschaft“ zu führen als „aufständische Anarchist_innen“ zielführend ist, darüber lässt sich streiten. Aber klar ist, dass die Gewalt in Indonesien und sonstwo strukturell und systematisch vom Staat und den Herrschenden in Wirtschaft und Gesellschaft (z.B. auch religiösen Machthabern) ausgeht.

Kontakt zu den Gefangenen:

 http://www.abc-berlin.net/kontakte-zu-drei-gefangenen-in-indonesien

Hier einige weitere Informationen:

 http://hidupbiasa.blogspot.de/

 http://www.abc-berlin.net/?s=indonesien

 http://waronsociety.noblogs.org/?tag=indonesia

 http://de.indymedia.org/2011/10/318216.shtml

 http://de.indymedia.org/2011/12/321841.shtml

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