Update Andreas Krebs Mai 2020

Update Andreas Krebs Mai 2020

Nach wie vor stehen wir in engem brieflichen Kontakt mit Andreas im Knast in Neapel und auch mit seiner Frau Jutta.

Andreas schreibt viele viele Briefe, schildert die Situation vor Ort in Zeiten von Corona und das, obwohl er permanente Schmerzen und sehr viel an Gewicht verloren hat, kaum essen kann und ständig starke Medikamente nimmt, die sein Bewußtsein beeinträchtigen. Nach einem kurzen Aufenthalt im Krankenhaus steht nun fest: Wenn er nicht bald operiert wird, dann hat er nur noch wenige Wochen zu leben. Für diese OP muss er in eine Spezialklinik, danach kann er aber aufgrund des erhöhten Pflegebedarfs, den Andreas benötigen wird, nicht mehr ins Gefängnis zurück. Das heißt, aktuell geht es darum eine Wohnung in Neapel zu finden, und seine Frau eine Reise nach Italien zu ermöglichen. Und dann sind da noch die beschissenen Einreisebeschränkungen aufgrund der COVID-Situation, die es auch nahen Angehörigen verunmöglicht in den schwersten Phasen ihres Lebens nicht zusammen kommen zu können.

Der Prozesstermin für die Revision (2. Instanz) wurde nun bis auf Weiteres ausgesetzt, da er nicht verhandlungsfähig ist. Im Knast selbst gibt es viele Momente der Solidarität mit Andreas, auch von unerwarteter Seite, wie er selbst schreibt. Weil es ihm so schlecht ging und er immer wieder das Bewußtsein verloren hat, haben z.B. Mitgefangene den Einschluss verweigert und so lange protestiert, bis Andreas auf die Krankenstation kam und ein Arzt verständigt wurde. Leider ist auch das Gegenteil der Fall: Während seines Krankenhausaufenthalts wurden persönliche Dinge wie Kleidung und wichtige Medikamente aus seiner Zelle gestohlen, was neben der herben Enttäuschung auch eine zusätzliche finazielle Belastung darstellt.

Andreas lässt alle lieb grüßen. Es gelingt ihm nicht immer positiv zu denken und zuversichtlich in die Zukunft zu schauen (was kein Wunder ist!), aber er bemüht sich und freut sich über jeden Kontakt, der ihn erreicht.

Schreibt ihm – die Briefe kommen alle durch und werden ihm auch ins Krankenhaus nachgeschickt.

Für Andreas nur das Beste – lasst ihn endlich raus!
Reisefreiheit für alle! Macht die Grenzen auf!

https://www.abc-wien.net/?p=9238

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