Wir verwahren uns – mit Sicherheit

Wir verwahren uns – mit Sicherheit

Mit dem 16. Juli diesen Jahres wurde Thomas Meyer-Falk in der
Sicherungsverwahrung (SV) der JVA Freiburg das Telefon gesperrt. Als
Vorwand gilt „natürlich“ DIE Sicherheit. Thomas Meyer-Falk habe den
personenbezogenen Telefonaccount eines hungerstreikenden Mithäftlings benutzt, der gegen seine Zwangsverlegung ins Krankenhaus um Hilfe rief, um die Anwältin zu kontaktieren.
https://linksunten.indymedia.org/de/node/148745

Welche Sicherheit wurde hier gefährdet? Die der Wärter als Vollstrecker eines Systems, das es gewohnt ist, dass sich Menschen in Sicherungsverwahrung ohnehin nicht mehr zur Wehr setzen, weil sie sich längst aufgegeben haben? Die des Gefüges an sich?

Thomas Meyer-Falk ist einer der wenigen Gefangenen in SV, der kontinuierlich nach außen berichtet, wieviel Menschenverachtung in diesem System steckt, wie es funktioniert.

Knast bedeutet immer ein Ausschluss aus der Gesellschaft, die sich ihren eigenen Moralkodex gegeben hat, nach dem entschieden wird, wer herrscht und wer beherrscht werden soll. Wenn wir von Herrschaftsfreiheit reden, kommen wir nicht umhin ein Zusammenleben ohne Knäste zu denken, die Abschaffung jeglicher Unterdrückung nämlich.

Sicherungsverwahrung gehört mit zur übelsten Sorte von Knast, von Weggesperrtsein, u.a. weil es absolute Perspektivlosigkeit bedeutet. Daher sind auch die Wenigsten in der Lage sich überhaupt noch zur Wehr zu setzen, stattdessen ist es eher ein Dahinvegetieren bis irgendwann
der Tod eintritt. Physische Folter ist da nicht notwendig. Diese Lösung ist unblutiger, sauberer und zivilisierter, eben auch demokratisch.

Entschließt sich ein Gefangener in SV zum Hungerstreik, aus welchen Gründen auch immer, ist das allein schon ein Affront und bedroht das Sicherheitsgefüge der gesetzlich festgelegten Welt. Da muss dann auch jegliches Solidaritätshandeln aus dem Inneren der Anstalt sofort
sanktioniert werden, um ein Zeichen zu setzen für alle anderen die eventuell ebenfalls auf die Idee kommen könnten sich solidarisch zu zeigen oder gar selbst aufzubegehren.

Die Adresse für Proteste ist:

Justizvollzugsanstalt Freiburg
Herr Ruder
Hermann-Herder-Straße 8
79104 Freiburg

Tel.: 0761/2116-0
Fax.: 0761/2116-4120
E-Mail: poststelle@jvafreiburg.justiz.bwl.de

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