„Bildung statt Krieg!“: Schüler:innen blockieren Max-Brauer-Schule in Hamburg

Hunderte Schüler:innen blockierten die Max-Brauer-Schule in Hamburg-Altona – gegen Wehrpflicht, Kürzungen im Bildungssystem und in Solidarität mit den Protesten in Frankreich. Nach zwei Stunden beendeten sie die Blockade erfolgreich mit einer gemeinsamen Konferenz in der Turnhalle.
Seit 7:30 Uhr blockierten Schüler:innen den Eingang der Max-Brauer-Schule im Hamburger Stadtteil Altona. „Als Schüler:innen der Max Brauer Schule streiken wir heute in Solidarität mit den Protesten in Frankreich, gegen die Kürzungen im Schulsystem und gegen die Wehrpflicht“, heißt es in einer Erklärung der Schüler:innen. Mit Mülltonnen, Baustellengittern und anderen Materialien haben sie die Tore vor der Schule blockiert.

Es ist die zweite Blockade innerhalb weniger Tage in Deutschland. Erst am Montag hatten Schüler:innen des Deutsch-Französischen-Gymnasiums am Nollendorfplatz in Berlin den Eingang ihrer Schule über mehrere Stunden blockiert. „In Berlin wurde die erste Schule blockiert und wir wollen den Funken weitertragen. Wir wollen Solidarität mit den Schülern in Frankreich zeigen“, erklärt eine Schülerin auf der Instagram-Seite MBS-Streikt.

Für Bildung statt Krieg und Wehrpflicht
„Man hat gesehen wie krass der Staat in Deutschland sich dagegen stellt. Aber wir sind uns sicher, dass das, was wir hier tun, richtig ist“, erklärt sie weiter. „Wir fordern: Bildung statt Krieg! Keine Wehrpflicht! Solidarität mit den Protesten in Frankreich!“

Über den Morgen hinweg versammeln sich hunderte Schüler:innen vor den Toren der Schule. Der Unterricht findet nicht statt. „Streiken wie die Jugend in Frankreich!“ steht auf einem Banner geschrieben. Die Stimmung ist kämpferisch und große Teile der Jugendlichen stimmen in Parolen wie „Siamo Tutti Antifascisti“ mit ein. Die internationale Solidarität beschränkt sich jedoch nicht nur auf Frankreich. Jugendliche halten auch eine Palästina- und eine Rojava-Fahne in der Hand und solidarisieren sich mit den Befreiungskämpfen vor Ort.

Im Laufe des Morgens kommt ein Aufgebot der Polizei zur Schule. Eine Rednerin sagt: „Wir lassen uns nicht einschüchtern, wir machen weiter!“ Kurz darauf stimmen hunderte Schuler:innen ein und rufen gemeinsam: „Nie, nie, nie wieder Wehrpflicht!“

Blockade erfolgreich beendet
Nach zwei Stunden der Blockade beendeten die Schüler:innen den Protest vorerst – doch nicht ohne eigene Forderungen durchzusetzen. „Wir haben die Blockade Mit der Bedingung, dass wir alle zusammen in die Turnhalle gehen und dort eine Konferenz abhalten. Diese Bedingung wurde in einem Gespräch mit der Schulleitung und einer Person der Schulbehörde erkämpft.“

„Es herrschte ein kämpferischer Ausdruck, es wurden die ganze Zeit Parolen gerufen“, erzählt die Schülerin am Mittag. „Der Streik ist ein sehr großer Erfolg gewesen. Es wurden keine Personalien aufgenommen, obwohl extrem viel Polizei da war.“

„Was man hier heute gesehen hat, kann man as Vorbild für die Bewegung in Deutschland sehen.“ Für die kommende Zeit sind bereits weitere Proteste geplant. Die Initiative Gen Z Regelt ruft unter dem Motto „Kaputte Schulen, Wehrpflicht, Preisexplosion, Sozialkürzung, Überwachung, Rechtsruck? Zeit für Widerstand!“ für den 31. Oktober zu bundesweiten Protesten auf. Für den 20. November ist zudem ein europaweiter Jugendstreik unter dem Slogan „Youth, Strike, Resist“ in Planung.

https://perspektive-online.net/2026/10/bildung-statt-krieg-schuelerinnen-blockieren-max-brauer-schule-in-hamburg