Audio und Videodoku des Flüchtlingsprotestmarsches

video documentation from the Protestmarch: 13-18.09 in Thüringen + Interview mit einem Aktivisten auf dem Heinrichplatz im Flüchtlingszelt in Berlin, wie sie sich organisieren, was geplant ist, wenn der Flüchtlingsmarsch und die Busse in Berlin angekommen sind und wie unterstützt werden kann.

3rd video documentation from the Protestmarch: 13-18.09 in Thüringen
http://vimeo.com/49806761

Interview mit einem Aktivisten auf dem Heinrichplatz im Flüchtlingszelt in Berlin, wie sie sich organisieren, was geplant ist, wenn der Flüchtlingsmarsch und die Busse in Berlin angekommen sind und wie unterstützt werden kann. http://freie-radios.net/5102

A clear massage from the demo in Erfurt:

… “This struggle is about taking a step forward to seek the possibilities of taking over the power, the peoples power, back from the racist and fascist politicians in germany. We know its not easy but we are on the move(!); we are on the move to expose the corruption of the asylum-system in germany, we are on the move to expose the injustice against refugees in germany… germany is rich and it does everything to support Frontex; to destroy the possibility of refugees coming to germany. This is what human rights means in germany, this is what human rights means in Europe”… (18.09.2012)

KEIN MENSCH IST ILLEGAL – WIR BLEIBEN ALLE


Zweite Gemeinsame Pressemitteilung der Fuß- und der Busgruppe des
Protestmarsches der Flüchtlinge nach Berlin: Sammelabschiebung in
Düsseldorf und Aktionstag in Erfurt

Düsseldorf/Erfurt den 20.09.2012

Düsseldorf:
Für die Bustour wurde Heute wieder einmal deutlich, wie
effektiv staatlicher Rassismus arbeitet: Die Aktivist_innen der Bustour
und lokale Unterstützer_innen sammelten sich um 8 Uhr morgens am
düsseldorfer Flughafen um gegen eine Sammelabschiebung in den Kosovo zu
protestieren, die gemeinsam von der Fluglinie Airberlin und staatlichen
Deportationsstrukturen organisiert wurde. Rund 30 Aktivist_innen standen
an verschiedenen Fracht-Gates des Flughafens, aber alles, was sie sehen
konnten, war ein massives Polizei-Aufgebot, und um etwa 9 Uhr einen leeren
Linienbus mit Eisengittern, der das Gate verließ – Die Deportation wurde
so umorganisiert, dass der Gefangenenbus nicht an den Protestierenden
vorbei kam. Diese Deportationen finden in Düsseldorf alle zwei Wochen
statt und ihnen wird normalerweise in und um den Flughafen mit Protesten
begegnet. Die Ignoranz der Bevölkerung insgesamt ist allerdings
schockierend.

Nach der Deportation wurde im Flughafen zwei Stunden lang demonstriert und
hauptsächlich vor Check-in-Schaltern von Airberlin und Lufthansa deutlich
auf deren Geschäft mit Sammelabschiebung hingewiesen und auch auf die enge
Verknüpfung von Unternehmens-Profiten und staatlichem Rassismus, die dazu
führt, dass Menschen morgens geweckt und aus ihrem Zuhause verschleppt
werden. Die Protestierenden trafen auf zwei junge Menschen, deren Mutter
an diesem Morgen mit dem Deportations-Flug in den Kosovo verfrachtet
wurde. Obwohl den Protestierenden die grausame Abschiebe-Praxis bekannt
ist, war es schockierend zu sehen wie am Flughafen die Angestellten von
Airberlin, die Polizei, die gerade Menschen deportiert hatte und die
Familien von denjenigen, die Opfer dieser Verbrechen wurden, aufeinander
trafen.

Erfurt:
Am 18.09.2012 veranstaltete die Fußgruppe einen Aktionstag in
Erfurt. Er begann mit einer Kundgebung und einer Pressekonferenz vor dem
Thüringer Landtag. Im Anschluss führte ein Demonstrationszug von ca. 200
Menschen, bestehend aus Flüchtlingen, Unterstützer_innen und
sympathisierenden Bürger_innen, durch die Stadt Erfurt, wobei mehrere
Kundgebungen unter anderem vor den vier Flüchtlingsheimen durchgeführt
wurden. Die Abschlusskundgebung fand am Erfurter Hauptbahnhof statt, bei
der nochmals die Situation der Flüchtlinge in Deutschland ausführlich der
Öffentlichkeit geschildert wurde.
Die Polizeipräsenz bestand zu Beginn lediglich aus sechs Beamten, die bei
einer Störaktion der NPD während der ersten Kundgebung vor dem Thüringer
Landtag sichtlich überfordert waren. Die Aktivist_innen des
Protestmarsches entrissen den Neonazis rassistisches Propagandamaterial
und verdrängten sie anschließend vom Kundgebungsort. Später wurde für den
Demonstrationszug die Polizeipräsenz massiv erhöht. Es stellt sich die
Frage, warum die Polizei auf solche Vorfälle nicht vorbereitet war, da
bereits im Vorfeld bekannt war, dass die NPD-Bundesgeschäftsführung zu
solchen Störaktionen aufgerufen hatte und darüber hinaus erst kürzlich
Medienberichte zu verstärkter rechter Gewalt in Erfurt veröffentlicht
worden sind.

Im Folgenden finden sich Auszüge aus der Rede eines Flüchtlings und
Teilnehmers am Protestmarsch auf der Demonstration in Erfurt:

„Vor sechs Monaten entschieden wir uns für den Weg des Widerstands. Dafür
sind wir auf die Straße gekommen, sind in den Hungerstreik getreten, haben
unsere Lippen zugenäht, haben mit Menschen von Angesicht zu Angesicht
gesprochen. Seit elf Tagen nun schreiten wir gemeinsam voran, auf dem Weg
nach Berlin, um die Absurdität der Residenzpflicht unter Beweis zu
stellen. Denn wir sind Menschen, die keine Fesseln dulden. Und um diese zu
sprengen ist uns kein Weg zu beschwerlich. (…) Alle Menschen, ob
Asylbewerber_innen oder Bürger_innen, fordern wir auf sich uns
anzuschließen, um gemeinsam eine menschlichere Welt zu erreichen.“

Unter folgenden Links finden Sie Fotoaufnahmen (aufgenommen von Mahdiyeh
Tayefeh Kalhori), über deren Veröffentlichung mitsamt Quellenangabe wir
uns freuen würden.

 https://dl.dropbox.com/u/83559840/IMG_3775.JPG
 https://dl.dropbox.com/u/83559840/IMG_3645.JPG
 https://dl.dropbox.com/u/83559840/IMG_3585.JPG
 https://dl.dropbox.com/u/83559840/IMG_3540.JPG

Unter folgendem Link finden Sie außerdem aktuelle Erklärungen des
Protestmarsches unter anderem zur kürzlichen Sammelabschiebung in
Düsseldorf sowie zu Selbstmorden und Selbstmordversuchen in deutschen
Flüchtlingslagern, die durch einen weiteren Suizidversuch in Bogen* am
18.09. erneut an trauriger Aktualität gewinnt:
 http://www.refugeetentaction.net/index.php?option=com_content&;view=categ…

Das Koordinationskommittee des Protestmarsches der Flüchtlinge nach Berlin

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